Liebster-Award – Na, dann wollen wir mal…

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Er ist mir auf anderen Blogs schon mal begegnet, aber so richtig kennengelernt haben sich der Liebster-Award und ich noch nicht. Das wird sich nun ändern, denn die liebe Nätty von BilderbuchBaby gab mir die Ehre. Begleitet von wirklich sehr netten Worten. Ich danke herzlichst.

Nun sitze ich vor 11 Fragen, die es zu beantworten gilt. Man fragt mich also ganz persönlich nach meinen Meinungen, Erfahrungen, Gedanken und Erlebnissen diverser Art. Und ich darf frei berichten. Habe ich mal nebenbei meinen Beruf erwähnt? Hihi. Das liegt mir im Blut. Sozusagen.

1. Wie bist du zum Bloggen gekommen?

Ganz schlicht über den Wunsch zu Schreiben. Ich habe in meinem Leben schon Vieles geschrieben. Liebesbriefe, Postkarten, Einkaufslisten, Zettel im Unterricht, Aufsätze, Lieder, Gedichte, E-Mails, SMS, To-Do-Listen, Ausarbeitungen, Wunschzettel, Examensarbeiten, Hospitationen, Zeugnisse, Elternbriefe, Sprüche auf Post-Its, Flaschenpost, Kommentare und einmal einen reizenden mit 13 Jahren verfassten 30-seitigen Kitsch-Kurzroman, bei dem ich bis heute Tränen lache, mich schäme und froh bin, dass ihn schlussendlich nur meine beste Freundin gelesen hat. Aber egal was ich schrieb, immer hat es mich erfüllt. Ja, selbst das Schreiben von Einkaufszetteln kann bei mir lyrische Formen annehmen. Echt wahr. Und da ich für den Journalismus oder das Autorentum nicht mutig genug war, habe ich lange nach einem Weg gesucht, doch noch das zu tun, was ich so liebe. Und tada. Ein Blog. Eigentlich naheliegend, aber irgendwie dachte ich am Anfang, dass man da entweder über Mode oder Essen bloggen muss. Äh ja. Zunächst wollte ich thematisch in den Schulbereich gehen und darüber bloggen, aber das war nicht das Wahre. Und dann las ich kurz nach der Geburt meines Sohnes die ersten Elternblogs und mir war schnell klar, dass will ich auch machen.

To make a long story short – Hier

2. Was macht dir am meisten Spaß beim Bloggen?

Ohne mich wiederholen zu wollen. Das Schreiben. Die Worte. Ich liebe Worte. Ein wohlplatzierter Satz, Wortakrobatik und Sprachspielereien können mich in absolute Verzückung geraten lassen. Ähnlich wie das bei den meisten Menschen wohl mit Musik so ist. Sprache ist meine Musik. Und meine eigenen Worte fließen zu lassen. Das gibt mir was.

Außerdem ist mein Leben extrem voll. Ich schätze das meist, denn das heißt in meinem Fall, voll mit wunderbaren Dingen. Aber auch sehr wuselig dadurch. Immer mal wieder innezuhalten, mich zu ordnen und ein paar Augenblicke oder Gedanken „zu Papier zu bringen“, das verschafft dem Ganzen durchaus auch ein wenig Ruhe.

3. Gibt es auch Dinge, die dich am Bloggen stören?

Bisher kaum. Da ich mit dem Bloggen ja etwas für mich sehr Schönes tue, kann ich das bislang gänzlich genießen. Ein bisschen nervig waren die Spam-Kommentare am Anfang. Aber das ließ sich jetzt technisch lösen. Juhu.

4. Der schönste Ort, an dem du je warst?

Ich könnte nun aus tausenden Orte auswählen. Der verborgene Wasserfall auf meiner Skandinavientour, der kleine Surferstrand in Portugal, die verlassene Alm in der Schweiz? Ja, ich gebe zu, ich wollte das mal mit Stolz erwähnen. Aber im Ernst. Keinem dieser Ort gehört mein Herz so wie der kleinen, feinen Stadt Passau. Ja, richtig gehört. Ich bin von weit her zum Studieren dorthin gezogen. Einfach weil die Zusage die Erste war. Bin dann doch meist spontan in sowas. Ich habe dort sieben lange Jahre gewohnt. Studiert. Und ich habe sehr, sehr gerne studiert. Gefeiert, Gearbeitet. Treueste Wegbegleiter gefunden, meine beste Freundin kennengelernt, meinen Mann getroffen und eine Wohnung bezogen, die mein erstes eigenes richtiges Zuhause wurde. Ich kenne jeden Winkel dieser Stadt. Und wann immer wir dort hinfahren, nimmt mich dieser Ort auf, als wäre ich nie weg gewesen. Sagte sie ein wenig wehmütig.

5. Der schrecklichste Ort, an dem du je warst?

Ich könnte jetzt klassische Dinge wie ein Altersheim, Krankenhaus oder Friedhof nennen. Die waren auch nicht schön, zugegeben. Aber an diesen Orten ist man ja doch irgendwie darauf gefasst. Mein schlimmster Ort war kontroverserweise eine Grundschule, die ich während meiner Seminarzeit kennengelernt habe. Es war zum Glück nicht meinen eigene. Dieses Gebäude war so trist, trostlos, ungeheizt, furchtbar eingerichtet und klotzig, dass mir während des Seminartages dort ernsthaft immer wieder kalt über den Rücken lief. Wie kann man kleine Kinder an einem solchen Ort unterrichten und warum wurde sich nicht mal die Mühe gemacht, wenigstens ein bisschen Wärme und Farbe einzubringen. Das geht auch mit einfachsten Mitteln. Egal. Ich schweife ab. Das jedenfalls war ein wirklich schrecklicher Ort. So.

6. Was sind deine Hobbys?

Da ich wöchentlich in ca. 30 Freundebücher schreiben darf (Ich sage euch werdenden Lehrern, schafft euch einen gigantischen Passbild-Vorrat an.), ist diese Frage im Prinzip schlafend zu beantworten. Ich schreibe gern. Ach was, oder? Ich mache auch sehr gern Musik. So aus der Singer-Songwriter-Ecke. Meine Gitarre und ich. Nun dürft ihr mal raten, wie oft ich das seit der Geburt des Pucks geschafft hab. Außerdem reise ich gern. Jetzt eben mit Kind. Wenn auch nicht mehr so weit. Ich gehe gerne mit Freunden essen oder Kaffee trinken. Das würde ich tatsächlich schon als Hobby bezeichnen. Auch wenn das jetzt ebenfalls nicht mehr täglich passiert. Und schließlich wohl auch das Nähen. Ich bin toll ausgestattet. So wirklich gut bin ich wohl nicht. Leider. Mein Perfektionismus beißt sich an der Stelle mit meiner Ungeduld. Obwohl mir das mittlerweile echt Spaß macht, habe ich damit eigentlich nur angefangen, um meinen (Achtung, Wortwitz!) Geduldsfäden zu stärken. Brüller.

7. Welchen Film hast du zuletzt im Kino gesehen?

Star Wars, natürlich. Einmal in Deutsch, einmal im Original. Letzteres empfehle ich wärmstens. Das war übrigens das erste Mal seit 15 Monaten. War ein Erlebnis, kann ich euch sagen. Und dann haste nicht mal Empfang im Saal. Papa und Puck haben’s aber gut geschafft. Natürlich.

8. Bist du eher Auto-, Fahrrad- oder Bahnfahrer?

Berufs-, entfernungs-und anbindungsbedingt bis nachmittags Autofahrer. Sonst in der Stadt gerne Bahn oder zu Fuß. Ich bekam zum Geburtstag (im Oktober) ein neues Fahrrad, das heißt, in der nächsten Saison wird geradelt. Mein Wort in Gottes Ohr.

9. Hast du eine Marotte?

Eine!? Joa, eine krieg ich wohl zusammen. *räusper* Ich wähle mal eine eher Charmante aus, um euch nicht völlig zu verschrecken. Ich habe einen Uhrentick. Meine Uhren gehen alle falsch. Außenstehende würden wohl sagen, sie gingen vor. Für mich es ein ausgefuchstes System, das bestens funktioniert. Außerdem müssen meine Weckerzeiten immer abstruse Uhrzeiten sein. Wenn ich also um 6.30 Uhr aufstehen muss, dann stelle ich mir den Wecker etwa auf 6.27 Uhr. Und immer ungerade. Tja, was sagt das nun über mich aus?

10. Trinkst du lieber Kaffee oder Tee?

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Klare Antwort.

In Amsterdam habe ich mal einen Kaffee und gleichzeitig einen Tee bestellt. Die Kellnerin meinte, das wäre die seltsamste Kombi, die sie je gesehen hätte. Also echt.

11. Was wünschst du dir für 2016?

Natürlich die Klassiker Gesundheit (vor allem für meinen Kater), Weltfrieden und so. Aber um noch persönlicher zu werden. Ich wünsche mir mehr Gelassenheit, Geduld und Mut, um Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Auch um mich und meine Kräfte zu schonen. Und dann wäre da noch dieser bescheidene Wunsch in eigener Sache. Noch so eines von diesen zarten, kleinen, nach Milch und Honig duftenden Wunderwesen. Das wär’s.

So, und nun stehe ich vor der schwierige Aufgabe auch Blogs zu nominieren. Ich beginne gerade erst, die Vielfalt von Blogs zu erkunden. Und erschwerend kommt hinzu, dass der Blog, den ich nominiert hätte, der war, der mich nominiert hat. Schwere Sache. Muss man nominieren? Nun gut. Ich entscheide mich einfach für die anderen beiden Blogs, die ich wirklich, wirklich gerne lese. Einfach so des Persönlichem wegen.

  • Die Rubbeleltern von Rubbelbatz.de – Ein liebe- und vor allem auch humorvolles Elternteam um den kleinen Rubbelbatz. Wirklich herzerfrischende Beiträge mitten aus dem Leben. Sehr lesenswert.
  • Dani von http://gluckeundso.de – Ehrliche Beiträge, die nicht nur so tun und mich, im Ernst, oft noch tage- sogar wochenlang weiter beschäftigen. Es erreicht einen, wie man so schön sagt.

Hier dann noch meine Fragen:

  1. Gab es in letzter Zeit einen Blogeintrag, der dich besonders berührt hat?
  2. Gibt es etwas im Bloggeruniversum, an dem du dich sattgelesen hast?
  3. Dein liebstes Teil im Kleiderschrank?
  4. Welche Kindheitsanektode darfst du dir immer wieder anhören?
  5. Städtereisen oder Roadtrips durchs Land?
  6. Ein Soundtrack für dein Leben – Welches Lied darf nicht fehlen?
  7. Brunchen oder Abenddinner?
  8. Dein Lieblingswort?
  9. Wann und worüber hast du das letzte Mal Tränen gelacht?
  10. Gibt es etwas, das du gerne beherrschen würdest?
  11. In 20 Jahren möchte ich …

Über Mitmachen freue ich mich, eine Absage würde aber verständnisvoll und gänzlich aktzeptiert.

About Sassi

Sassi

Hier schreibe ich, Sassi, über mein Leben als Mama, Ehefrau, Grundschullehrerin und Lebensgenießer. Schön, dass du vorbeischaust.

4 thoughts on “Liebster-Award – Na, dann wollen wir mal…

  1. Nätty

    Hallo Sassi,
    wow, du warst ja flott 🙂 Sehr interessant zu lesen. Haha, da hab ich ja nie dran gedacht, dass Lehrer in tausende Freundebücher schreiben müssen. „Star Wars“ ist ja auch noch mein Ziel, das zu schaffen. Wäre auch das erste mal Kino seit ca. 16 Monaten 😉
    Hoffe dein Wunsch für 2016 geht in Erfüllung!
    Toll, dass du mitgemacht hast!
    Liebe Grüße!! Nätty

  2. Rubbelmama

    Liebe Sassi,

    vielen Dank für die Nominierung von unserer Lieblings-Leserin und Blogger-Kollegin!!!

    Ich möchte mich an dieser Stelle ausgiebig entschuldigen, dass uns momentan echt ein bisschen die Zeit fehlt, teilzunehmen. Wir haben außerdem in der Vergangenheit schon zwei oder dreimal teilgenommen. Einige deiner Fragen finde ich allerdings richtig klasse.

    Zum Beispiel darf ich mir fast jedes Mal, wenn mein großer Bruder und ich gemeinsam bei meinen Eltern sind, anhören, wie er sich damals selbst in den Arm gebissen hat, nur damit ich geschimpft bekomme. Meinem „das war er selbst“ wurde natürlich kein Gehör geschenkt – als ich mich allerdings auch selbst biss, um es ihm heimzuzahlen, war völlig klar, dass ich das selbst war 😉

    Im Soundtrack meines Lebens müsste immer die „Bittersweet Symphony“ enthalten sein.

    Und Dinge, die ich gerne beherrschen würde…bringe ich mir in der Regel dann auch bei. Zur Zeit ist das z.B. das Nähen. Ich nähe gerade für die Namensgebungsfeier des Kleinen eine Patchwork-Krabbeldecke. Alle Verwandten und engen Freunde haben dafür ein Quadrat beigesteuert. Sieht lustig und bunt aus und wird hoffentlich ein tolles Andenken für ihn.

    Alles Liebe,
    Hanna

    1. Sassi
      Sassi

      Mei, wie lieb, dass du trotzdem ausführlich antwortest. Die Beißer-Story gibt es bei uns auch. Meine kleine Schwester, das selbstgebissene Opfer und ich die vermeintliche Übeltäterin. Hach ja.

      Die Idee mit der Krabbeldecke finde ich total super. Könnte sein, dass ich die ganz heimlich mal abgespeichert habe. Dem Puck habe ich damals auch eine genäht, aber ohne individuelle Quadrate. Ich hoffe, es wird ein schönes Fest. Das Geschenk ist auf jeden Fall schon mal perfekt.

      Liebe Grüße an deinen Turner.

  3. Keinen Zentimeter mehr zwischen uns ~ Glucke und So

    […] geht es mit den Fragen von Sassi von Liniert-kariert. Diesen Blog kann ich übrigens nur empfehlen und pssttt ich stell ihn euch auch bald etwas genauer […]


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