Der richtige Zeitpunkt?

Ich erwähnte ja bereits vor ein paar Tagen, dass mein Mann und ich uns langsam aber sicher an Kind Nr. 2 wagen wollen. Nun muss ich aber einräumend gestehen, dass ich mich mit konkreten und festen Entscheidungen äußerst schwer tue. Waage eben. Also ich jetzt.

Ich möchte ein weiteres Kind. Trotz meines eher traumatischen Geburtserlebnisses, einer emotional schwierigen Schwangerschaft und einem etwas holprigen Start in das Leben als Mama war für mich schnell klar, dass ich diese ganz und gar aufregende Zeit nicht nur einmal erleben möchte. Seit ein paar Monaten ist dieser Wunsch auch sehr deutlich. Der Puck soll nicht alleine bleiben. Zumal er so gesellig ist. Es gab einige Gründe, die mich aber, trotz der Sehnsucht nach einem zweiten Kind, warten ließen. Pragmatische ebenso wie sehr tiefgehend persönliche.

Und nun, wo es langsam losgehen könnte, komme ich wieder ins Grübeln. Das liegt in meiner Natur. Ich kann erst Ruhe geben, wenn ich etwas von allen, aber auch wirklich ALLEN Seiten betrachtet habe.

Da wäre z.B. das Finanzielle. Momentan bin ich Hauptverdienerin. Mein Mann hat sich selbstständig gemacht, was auch wirklich sehr gut anläuft, aber wir brauchen eben eine Weile auch ein ganz sicheres Einkommen. Und da ich Beamtin bin, läuft das eben über mich. Aber d.h. es ist wirklich schmerzhaft, wenn ich in Elternzeit gehe. Mein Mann kann nicht einfach in Elternzeit gehen (selbstständig und so), zumal das auch nur ginge, wenn ich schnell wieder arbeiten gehe und das kommt für mich nicht in Frage. Das Abgeben meines Sohnes war jetzt mit einem Jahr schon schwer für mich. Und das, obwohl er das toll gemacht hat. Ich möchte mich auf das Mamasein konzentrieren. Also gibt es diese finanziellen Aspekte zu bedenken. Wir werden z.B. umziehen, in eine kleinere Wohnung. Auch wirklich gern. Und um Geld zu sparen.

Dann wäre da noch mein Belastungsgrad. Ich arbeite Vollzeit, bin viel allein für den Puck zuständig, manage unser Familienleben und naja, was man sonst eben noch alles so macht. In diesem Trubel auch noch schwanger sein? Was ist, wenn es eine problematische Schwangerschaft wird? Schaffe ich das körperlich?

Und wie sieht es eigentlich emotional aus? Ich habe einige Wochen gebraucht, um anzukommen als Mama. Und noch einige Wochen mehr, um Selbstvertrauen aufzubauen. Ich hatte einiges an Gegenwind, leider. Wäre das diesmal genauso? Oder noch schwieriger, weil ich mich aufteilen muss? Manchmal tut es richtig weh, wenn ich daran denke, dass ich nicht mehr all meine Liebe dem Puck widmen kann, sondern teilen muss. Fast lächerlich, was ich mir jetzt schon für Gedanken mache.

Auf der anderen Seite wäre da ein kleiner Mensch. Und ich könnte nochmal so eine schöne Zeit durchleben und ganz Mama sein. Stillen, kuscheln, Babyduft einatmen. Geschwister erleben. Klingt schon toll. Darum ja auch meine Sehnsucht und mein Wunsch. Und sollte das nicht das Wichtigste sein? Dieser Wunsch nach einem neuen Leben? Unabhängig jeglicher Pläne, Finanzaufstellungen, Vergleiche? Geht es ganz ureigentlich nicht genau darum? Ganz romantisch und pur? Irgendwie schon. Zumindest lande ich am Ende meiner stundenlangen Grübeleien immer wieder genau bei dieser Erkenntnis. Please hold the line…

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Kommentare

  1. Rubbelpapa

    Auch wir denken jetzt schon über ein zweites Kind nach und alle Eventualitäten, Pros und Contras...aber eigentlich kommen wir immer zum gleichen Fazit: 1. Andere haben es in ähnlichen Situationen auch gemeistert und sind jetzt glücklich. 2. Fallen einem immer Gründe ein, warum jetzt vielleicht nicht der richtige Moment ist. Macht euch keinen Stress, lasst es einfach geschehen und denkt einfach daran, dass die Kinder auch schneller aus dem gröbsten raus sind, je eher ihr die Familie erweitert...:P Just Kiddin'...Ihr macht das schon und so wie ihr es macht, werdet ihr es richtig machen. LG Family Rubbelbatz

    1. Sassi
      Sassi

      Uhhhhhh, das ist ja voll schön, dass ihr auch schon darüber nachdenkt. Als der Puck so 4-5 Monate alt war, wurde das Thema für mich auch bereits wieder ganz aktuell. Du hast absolut recht. Einen "richtigen" Zeitpunkt auszumachen, ist ein schwieriges Ziel. Im Grunde ist kein Zeitpunkt "richtiger" als ein anderer, zumindest nicht in unserer vergleichbar luxuriösen Situation (Dach überm Kopf, jung genug, gesund und so). Und den Mut zur Entschlossenheit, den wünsch ich mir noch mehr. Also von mir selbst. Denn es geht um ein neues Leben und nicht um eine finanzielle Anschaffung. Verstehst schon. Geschehen lassen. Jawohl!

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