[Blogparade:] Wenn ich das vor dem ersten Kind gewusst hätte…


Hannah von Rubbelbatz.de lädt ein, jetzt da man im Besitz einer gewissen Weisheit über die Realität als (frischgebackene) Mama ist, rückblickend die Zeit der Schwangerschaft zu bewerten und eventuell ein paar wertvolle Ratschläge an werdende Eltern zu richten. Und da man uns Lehrern ja ohnehin nachsagt, dass wir unseren Senf gern zu allem dazugeben (tja ja), hau ich mal in die Tasten und hoffe, dass ich eine würdige Portion Senf zusammenbekomme.

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Der Tag, an dem alles begann. Der 14.01.2014.

Gedanke Nr. 1

Hätte ICH etwas anders gemacht, wenn ich WIRKLICH gewusst hätte, was auf mich zukommt? Mhm, ich denke, diese Frage lässt sich so beantworten: Wenig. Da ich zwar eine emotional schwierige Schwangerschaft hatte, aber ansonsten bis zum Tag
der Geburt fit wie ein Turnschuh über die Wiesen hüpfen konnte, war ich mehr oder weniger bis zu eben diesem Tag auch auf Achse. Hab Freunde besucht, bin gereist und ausgegangen. Und ich habe ausgiebig geschlafen, wenn ich das wollte. Was man eben als aktiver Mittzwanziger so macht. Ich habe mich ausgetobt, bereue nichts und habe daher momentan auch nicht das Gefühl, etwas zu verpassen.

Mein Mann und ich lieben/brauchen unsere Freiheit, darum haben wir seit jeher immer eher selten, dafür sehr bewusst Zeit nur zu zweit verbracht. So führten wir über 2/3 der Schwangerschaft zum Beispiel eine Fernbeziehung, da ich in München mit meiner besten Freundin zusammenwohnte und er schon in unsere neue Heimat – den Norden – gezogen war. Für uns war es fast mehr eine Herausforderung, nach der Geburt des Kleinen so oft “aufeinander zu hocken”.

Eine Sache gäbe es dann doch. Ich hätte andere Anschaffungen getätigt. Eine sinnvolle Wickeleinrichtung im Bad statt der Kommode (die allerdings sehr schön ist und vom Puck hervorragend akzeptiert wurde) zum Beispiel. Oder gleich eine richtige Tragehilfe. Inklusive Beratung.

Gedanke Nr. 2

Was also rate ich nun werdenden Eltern? Tja, schwierig. Da ich selbst eigentlich keine (na gut, eine) Freunde, Verwandte, Bekannte mit Kind habe und auch Schwangerschaften noch in weiter Ferne liegen (*seufz*) werde ich wohl so schnell nicht um Rat gebeten. In meiner Schwangerschaft habe ich natürlich viel zu hören bekommen, auch von kinderlosen Freunden. Aber und das werden wohl die meisten Mamas bestätigen können, einer werdenden Mutter zu vermitteln, was auf sie zukommen wird, ist ungefähr so, wie einem Blinden Farben zu erklären.

Das kann durchaus wertvoll sein, das möchte ich nicht abstreiten oder abwerten. Man kann eine Ahnung bekommen, aber WIRKLICH, WIRKLICH verstehen, was es heißt Mama zu werden, kann man eben nur, wenn man es selbst erlebt. Wenn man spürt, wie es ist, plötzlich das Leben eines Menschen in den Händen zu halten. Wie sich Mutterliebe und -sorge anfühlen. Wie es ist, für eine bestimmte Zeit die Kontrolle über sein Leben abzugeben und sich einer so großen Aufgabe hinzugeben. Was es heißt, für jemand so Hilfsloses da zu sein, egal wie sehr einem die Brustwarzen schmerzen oder wie wenig man geschlafen hat.

Ich jedenfalls bin da blauäugigst reingestolpert. Trotz all der gut gemeinten Ratschläge. Darum fällt es mir schwer, werdenden Eltern etwas zu raten. Ohne in Floskeln zu verfallen, deren Wahrheit man eben erst hinterher erkennt.

Aber eine Sache hätte ich. Ich kann Dinge wie ein Geburtsvorbereitungskurs, Schwimmkurse o.ä. empfehlen. Weniger wegen des Inhalts sondern vielmehr wegen der Chance auf nette Verbündete. Das klappt nicht immer. Das weiß ich. Aber in meinem Fall habe ich da tolle neue Freundinnen gefunden, die mir in den ersten Wochen und Monaten wichtige Stützen waren und es bis heute sind. Man weiß ja nie.

Ok, na gut. Und weils einfach dazugehört, kommt dann doch noch eine ganz klitzekleine Floskel:

 

Liebe werdende Eltern!

Schlaft! Schlaft um Euer Leben!

 

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Kommentare

  1. Avatar
    Rubbelmama

    Schlaft um euer Leben :) da musste ich lachen. In Sachen Babytrage und Trageberatung gebe ich dir absolut recht, im Rest im Prinzip auch. Man kann sich das wirklich nicht vorstellen, der Vergleich mit einem Blinden ist gut. Ich konnte es zusätzlich auch während der Schwangerschaft und der ersten Wochen gar nicht so richtig fassen, was da alles Neues auf mich zukam. Wenn ich eines Morgens aufgewacht wäre und jemand hätte zu mir gesagt "Das hast du nur geträumt, es gibt gar kein Baby." wäre ich wahrscheinlich achselzuckend zur Arbeit gegangen und hätte mir gedacht, was für ein irrer Traum... Danke für deinen Beitrag, hab ihn gleich bei uns verlinkt. Liebe Grüße und ein schönes Weihnachten für euch, Hanna

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