Sein 2015

Nicht nur für mich war es ein aufregendes Jahr. Auch für meinen heißgeliebten Puck. Mit jeder Menge Neuland.

Aber lest selbst.

Januar

Mit dem Jahreswechsel gerät der Puck in einen Schub, der sich gewaschen hat. Es ist der 12-Wochen-Schub. Der später direkt in den 19- und in den 26-Wochen-Schub übergehen wird. Nahtlos. Richtig gerechnet. Über drei Monate. Mehr oder weniger durchgehend. So richtig bewusst wurde uns das erst im Nachhinein. Der Puck beschließt ab Januar viermal am Tag zu schlafen. In klaren Ritualen. Und er geht allerspätestens um 17.30 ins Bett. Länger geht nicht. Das Einschlafen geht allerdings nur übers Stillen und kann mit Auf und Ab bis zu drei Stunden dauern. Die Nächte sind bis auf aller-, aller-, allerwenigste Ausnahmen häufig unterbrochen und auch früh zu Ende. Der Puck dreht sich auf den Bauch.

Februar

Das Drehen wird perfektioniert und klappt in beide Richtungen. Der Puck erkennt dies als Fortbewegungsart und rollt sich durch die Welt. Die Nächte bleiben unverändert, ebenso der Tagesschlaf. Der Tag besteht aus eher kurzen, aber intensiven Wachphasen und den vier erwähnten Schläfchen. Vier Schläfchen klingt erstmal nett. Aber da der Puck sich IMMER mit dem Einschlafen quält, da er schlecht abschalten kann, bedeutet das 4 feste und langatmige Rituale. Aber ich habe das angenommen und baue unseren Alltag mit akribischem Management drumherum. Klappt.

März

Der Puck wird ein halbes Jahr und robbt und krabbelt (oder sowas) wie ein Weltmeister. Brabbeln tut er fast gar nicht. Wir haben recht feste Stillabstände tagsüber. Nachts eher nicht. Jede Nach ein Überraschungspaket. Ein schwieriger Monat mit ganz, ganz viel kuscheln und tragen.

April

Gegen Ende dieses Monats fallen die zwei Mittagsschläfchen schon ab und zu zu einem längeren Mittagsschlaf zusammen. Vormittags und am späten Nachmittag wird auch geschlafen, bevor der Puck spätestens 18.30 (eher früher) im Bett verschwindet. Spreche bei der U mit dem Kinderarzt über die gefühlte Dauermüdigkeit und das hohe Schlafbedürfnis des Pucks. Mein heißgelieber Arzt meint, der Puck wäre vom Gehirn her sehr weit entwickelt und würde unglaublich aufmerksam aufnehmen, Das ist aber auch wahnsinnig anstrengend und ermüdend und lässt ihn gleichzeitig schwer runterkommen. Ah ja. Ein aufmunterndes Kompliment für Mama. Wir beginnen mit Brei. Den der Puck verschmäht und sich schließlich auf genau ein Rezept einlässt.

Mai

Das Breiprojekt weitet sich auf abends aus. Ebenfalls wird nur ein Rezept akzeptiert und das auch nur manchmal. Der Kleine beginnt Wasser aus dem Becher zu trinken. Flaschen mag er nicht und braucht es wohl bei Stillkindern in dem Alter nicht zwingend. Na, ok. Der Puck zieht sich alleine in den Stand und wandert an Möbeln entlang. Kräftiger Kerl. Er hat, laut Kinderarzt, mit seinen acht Monaten auch schon locker die Maße eines Einjährigen. Also hatte er mit 6 Monaten schon. Mein süßer Moppi.

Juni

Gebe das mit dem Brei langsam auf und gebe “richtiges” Essen. Von Erfolg gekrönt. Der Puck spricht nach wie vor kaum. Also brabbelt. Oder macht irgendwelche Töne. Nur Lachen. Das kann er. Und tut er oft. Außerdem wird er mehr und mehr zu Charmeur. Er grinst jeden in der Bahn an und winkt. Wir bekommen viele Komplimente für das freundliche Kind. Das ist bis heute so. Heute macht er zusätzlich noch Handküsschen. Nun ja. Hört man ja gern mal so ein Kompliment. Aber ich sehe prinzipiell sehr viele Babys freundlich grinsen. Das Robben wird komplett eingestellt. Nur noch Krabbeln. Andere Kinder in seinem Alter “laufen” an beiden Händen. Der Puck verweigert das. Finde es auch viel zu früh. Der erste Zahn bricht (endlich) durch.

Juli

Die Eingewöhnung beginnt ganz langsam. Mit einem Termin pro Woche zum Spielen mit Mama. Der Puck steckt das tausendmal besser weg als seine Mama. Die ist mit den Nerven runter. Der Puck fängt an, sich für Bücher zu interessieren und spielt gern mit Bauklötzchen. An Kuscheltieren nach wie vor genau gar kein Interesse. Zahn zwei und drei folgen. Nach wie vor brabbelt der Kleine nicht.

August

Der Puck liebt das Meer. Abertonnen an Sandspielzeug haben wir dabei, aber der Sand gruselt ihn. Weder mit Füßen noch Händen mag er ihn berühren. Aber die Ostsee? Die Wellen? Er quietscht vor Freude und wir lassen ihn plantschen. Zum Laufen ist der Puck nicht zu bewegen. Also zu diesem typischen an zwei Händen. Aber er krabbelt in einem Affentempo. Nach wie vor nur wenig Gebabbel. Morgens und abends manchmal. Kommunizieren kann er aber seit Monaten auf seine Weise. Mit Gesten zum Beispiel. Wir haben schon komplett auf (babygerechte) Familienkost umgestellt.

September

Der Puck guckt auf die Straße und sagt “Auto”. Ganz klar artikuliert. Und “auf”. Und “Mama”. Und “Also”. Von einem Tag auf den anderen. Und gefühlt jeden Tag kommen neue Worte dazu. Der Kinderarzt ist bei der U6 (U7? Na die zum Einjährigen) völlig hin und weg. Süß. Außerdem steht der Puck einfach auf. Also stellt sich einfach hin, als hätte er nie was anderes getan. Schnappt sich sein Holztrapez und marschiert los. Nicht nur ein paar Schritte. Sondern Strecken. Aber so ist er. Er macht es dann, wenn ers kann. Ich habe ihn noch nie üben sehen. So wirklich. Sehr eigensinnig. Pünktlich zu seinem ersten Geburtstag werden seine Ängste weniger. Und er hat vor sehr vielem Angst. Ich respektiere das. Egal wie lächerlich das von außen wirken mag. Seine Eingewöhnung hat er toll gemeistert. Nun muss nur noch Mama das mit diesem schlechten Gewissen klarkriegen.

Oktober

Mittlerweile zählen wir 8 Zähne. Der Puck läuft frei. Einfach so. Und wieder nicht ein paar wackelige Schritte. Sondern richtig. Auch gleich gut mit Schuhen. Er isst am liebsten Nudeln und knurpselt Birne. Ganz die Mama. Der Vormittagsschlaf, den er bis jetzt noch brauchte entfällt langsam. Der Mittagsschlaf dauert bis zu drei Stunden, wenn man ihn lässt und dennoch geht er pünktlich zwischen 19.00 und 19.30 Uhr ins Bett. Wir stillen nur noch nachts.

November

Die Nächte sind noch immer durchwachsen. Durchgeschlafen hat der Puck noch nie. Er braucht auch nach wie vor Einschlafbegleitung und schläft fast ausschließlich im Familienbett. Abends ist er seit er so 3 Monate alt ist, sehr oft wach. Ca. im Stundentakt. Dann wird gekuschelt, bis er wieder eingeschlafen ist und Mama (leider) wieder weiterarbeiten muss. Der Abstillprozess wird vom Puck eingeleitet. Der Kinderwagen bleibt des Öfteren zu Hause. Der Puck läuft lieber. Wir sind viel unterwegs. Denn der Kleine braucht das. Er muss andere Menschen um sich haben, viel entdecken können. Eine spannende Zeit für uns alle.

Dezember

Das Jahr geht zu Ende. Der Puck spricht wie ein Weltmeister. Längst kann ich die Worte nicht mehr zählen. Er spricht einfach alles nach. Heute unter anderem “Elch” und “Mauwauf” (=Maulwurf). Ich bin immer wieder baff. Er hilft mit beim Anziehen. Liebt Bücher über alles. Ist gerne draußen. Vergöttert seine Großeltern. Schläft nachts schlecht. Tagsüber meist gut. Er hat sich abgestillt seit ca. 2 Wochen. Er schläft nachts an uns gekuschelt. Er beginnt zu schmollen und zu bocken, wenn er seinen Willen nicht bekommt.

Er ist schon so groß und doch mein Baby. Mein wundervoller Sohn. Mein Ein und Alles. Mein Schatz. Mein Sonnenschein. Mein Sturkopf. Mein Charmeur. Mein Lehrer. Jeden Tag. 365 Tage. 2015. Danke.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.