Stadt, Land, Dorf?

Um uns finanziell Luft zu verschaffen, auch im Hinblick auf ein zweites Kind, suchen wir derzeit eine neue Wohnung. Unter anderem im angesagtesten Familienviertel unserer Stadt. Quasi der Prenzlauer Berg unserer Gegend. Nur etwas geerdeter vielleicht.

Wie ich ja schon erwähnte, hab ich’s nicht so mit dem Entscheiden. Und obwohl ich in meinem Leben schon viel, wirklich sehr viel umgezogen bin, möchte ich jetzt endlich mal Ruhe. D.h. unser nächster Wohnort soll etwas Dauerhaftes werden. Auch für den Puck. Ich setze mich deshalb mit der Entscheidung ein wenig unter Druck. Soll ja alles passen. Nun stellt sich mal die zentrale Frage: Großstadt, Kleinstadt oder gar Dorf?

Ok, Letzteres können wir dann doch ausschließen für uns. Meine Eltern wohnen ländlich (auch mit Tieren und einem kleinen Traktor und so) und auch nicht weit weg. Daher könnten wir, wann immer wir Landluft brauchen, darauf zurückgreifen. Ungefähr einmal die Woche bin ich dort. Der Puck liebt es und ich finde es schön, dass er auch solche “Naturerfahrungen” sammeln kann. Dauerhaft leben könnte ich da aber nicht. Ich brauche etwas mehr Action.

Derzeit wohnen wir am Stadtrand einer Großstadt. Sehr gediegen, sehr teuer und ähm ja, auch sehr langweilig leider. Keine Cafés, keine Restaurants, keine Geschäfte, wenig (schöne) Spielplätze. Daher ist für uns klar, entweder in die Stadt. Also in eben besagtes Familienviertel. Oder in die Kleinstadt mit guter Infrastruktur und guter Anbindung.

ICH selbst bin Stadtmensch. Ich komme ursprünglich aus der Nähe von Berlin, mein Mann aus Frankfurt. Studiert und gelebt haben wir beide lange in Niederbayern, genauer Passau (Ja, das geht noch als Stadt durch!). Und dann habe ich in München gearbeitet, bevor wir nun in den Norden gezogen sind. Ich brauche die Stadt. Nun bin ich aber Mutter und schaue doch irgendwie auch mit einem neuen Auge auf die Gegend, in der mein Kind aufwachsen soll.

Ist da die Großstadt zu verantworten? Oder lieber in Watte packen in der Kleinstadt?

Momentan tendiere ich trotzdem zur Großstadt, denn das Leben in Kleinstädten ist auch nicht zwingend heile Welt. Außerdem vertraue ich mehr und mehr in meine Erziehung und meinen Einfluss. Ich kann mein Kind nicht vor allem “Übel” der Welt fernhalten, zumal das mal sowieso nicht automatisch mit der Großstadt zusammenhängt. Nein. Ich möchte einen sicheren Hafen bieten, all das Wichtige an Werten vermitteln und mit dem Vertrauen leben, dass ich dem Puck alles mitgebe, was er braucht, um in der Welt zu bestehen. Um Gut und Böse zu unterscheiden. Um offen zu sein. Um Vielem zu begegnen. Und das ist wohl kaum an einen geographischen Ort gebunden. Schönes und weniger Schönes gibt es überall. Vielmehr sind wir als Familie der entscheidende Ort beim Großwerden und Hineinwachsen in die Welt. Wie auch immer die dann konkret aussieht.

Mhm, was will ich denn nun mit diesen Worten? Hab das gerade einfach mal so laufen lassen. Ich glaube, ich wollte mich scheinbar selbst noch einmal in meiner Entscheidung stärken. Also die mit der großen Stadt. Hey, dann fällt mir das doch nicht so schwer. Ich weiß es ja schon irgendwie.

Ein großer Tag für mich. Als ewig schwankende Waage.

 

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