Nein, muss ich nicht.

“Der Kleine muss essen, was auf den Tisch kommt.”

“So langsam muss der Kleine doch mal in seinem Bett schlafen.”

“Du kannst doch nicht immer gleich hinrennen, wenn er weint.”

“Du musst den Kleinen mal abhärten. Er hat ja vor allem Angst.”

“Du musst aufpassen, dass du nicht eine von diesen Gluckenmüttern wirst.”

“Du musst lockerer werden.”

“Nun schneid ihm doch mal die Haare.”

“Der Kleine muss doch mal langsam aufs Töpfchen gehen. Auch wenn er erstmal weint. Das ist normal.”

“Du darfst ihm nachts kein Trinken (Wasser) mehr geben. Dann schläft er auch durch.”

“Der Junge kann doch nicht rückwärts im Auto sitzen. Er muss doch was sehen.”

“Du kannst doch ein einjähriges Kind nicht schon zu einer Tagesmutter geben.”

 

NEIN. Muss ich ich nicht. Muss er nicht. Er ist wie er ist. Ich bin wie ich bin. Er, mein Sohn. Ich, die Mama. Und wir kennen uns am besten.

Ich zitiere Freunde, Großeltern, Nachbarn oder auch Fremde in der Straßenbahn. Sie meinen es meist “gut” und denken auch nicht groß darüber nach. Aber solche Sätze haben Wirkung. Es kostet Selbstvertrauen trotzdem den eigenen Weg zu gehen. Und es braucht Zeit dieses Selbstvertrauen als Mama aufzubauen. Und Mut, es zu halten.

 

Ganz leises P.s.

Ich muss zugeben, dass mir früher einige solcher Kommentare auch mal übe die Lippen rutschten. Ich entschuldige mich an dieser Stelle aus tiefstem Herzen für meine Überheblichkeit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.