Umzug mit Kleinkind #2 – Eine Geduldsprobe

Ich möchte heute nochmal ausführlicher von unserem Umzug berichten. Wie der Tag selbst abgelaufen ist und über die ersten Tage danach, habe ich ja einiges geschrieben. Aber so schnell lässt sich ein Umzug natürlich nicht einfach abhaken. Er begleitet uns weiterhin.

Organisation ist alles

Vielleicht nicht alles. Aber doch wirklich wichtig. Sinnvoll gepackte Kisten, die auch gleich auf die richtigen Zimmer verteilt werden. Arbeitsteilung am Umzugstag. Sowas. Unsere Organisation lief so naja, würd ich sagen. Mit zwei Vollzeitjobs und einem Kleinkind, was den Rest des Tages die volle Aufmerksamkeit genießen darf, ging es am Ende nur noch darum den irgendwie nicht weniger werden wollenden Kram aus Wohnung A und Wohnung B zu befördern. Schließlich wurde alles nur noch in irgendwelche Säcke und Klappkisten gestopft. Soviel dazu.

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Vertrautheit schaffen

Was uns aber wirklich wichtig war, war die möglichst sanfte Eingewöhnung des Kleinen in seine neue Umgebung. Sein neues Zuhause. Wir sind während der Elternzeit viel gereist und auch sonst ist der Puck neuen Räumen gegenüber eher aufgeschlossen, solange er seine Zeit bekommt, alles selbst zu erkunden und ich nicht weit bin. Um ihm gleichzeitig Vertrautheit zu bieten, haben wir uns beim Einrichten zuerst auf die Dinge konzentriert, die feste Bestandteile seines Alltagsrhythmus sind. Der Küchentisch mit unseren Stühlen und seinem Tripp Trapp. Dazu sein Essgeschirr. Unser Bett mit unseren Decken und Kissen. Das Sofa und den Fernseher zum abendlichen Sandmann schauen. Sein Kinderzimmer. Mit seinen heißbeliebten Büchern, der Duplokiste, der Spielküche und vor allem seinen Malsachen. Außerdem bauten wir die Wickelkommode auf und waren auch sonst sehr bemüht, dieses Zimmer schnell grundlegend fertigzustellen. Sein Spielzeug hatten wir auch tatsächlich recht gebündelt in Kisten verstaut, was das Einräumen deutlich erleichterte. Seine wichtigsten und liebsten Dinge hatten wir erst gar nicht wirklich eingepackt, sondern in seiner Reisetasche gesammelt. Sein Gute-Nacht-Buch zum Beispiel. Oder sein Malbuch und seine Lieblingsstifte.IMG_2685

Griffbereit. Das vertraute Badespielzeug.

Rhythmus beibehalten

Außerdem haben wir in allem Chaos auf seinen vertrauten Rhythmus geachtet. Haben Rituale wie gewohnt weitergeführt. Seine Uhrzeiten beachtet. Seine Abläufe berücksichtigt. Frühstück. Zur Tagesomi gehen. Von Mama abgeholt werden. Den Nachmittag zu zweit nutzen. Abendbrot essen. Sandmann gucken. Noch ein wenig im Zimmer spielen. Waschen, Zähne putzen. Eine Tasse warme Milch und dann ins Bett kuscheln. Ein wenig zu schaffen machte dem Puck der neue Weg zur Tagesoma. Er hält auch an den kleinsten Ritualen akribisch fest und so musste er sich erst daran gewöhnen, dass es jetzt zu Fuß zur Tagesmutter ging, anstatt, wie vorher, mit Bahn und Bus. Das fand er toll und das vermisst er ein wenig. Abgesehen davon lief das Ankommen und Eingewöhnen aber wirklich harmonisch.

Ordnung schaffen

Wer bis hierhin aufmerksam durchgehalten hat, dem mag aufgefallen sein, dass beim Setzen unserer Prioritäten das tatsächliche “Einziehen” eher in den Hintergrund rückte. Ich ging weiter zur Arbeit und, wie erwähnt, nutze meine Zeit mit dem Puck. Er sollte nicht seine Nachmittag drinnen mit Einräumen verbringen müssen. Zumal der Frühling endlich Einzug hielt. Außerdem wollten wir ja auch draußen alles Neue erkunden. Abends kam ich ebenfalls nicht zum Räumen. Denn entweder brauchte mich der Puck, oder ich musste meinen Unterricht vorbereiten oder ach ja, ich bin ja auch noch schwanger. Ich brauchte abends auch einfach mal Ruhe.

Wir schafften jeden Tag ein kleines bisschen. Betonung auf ein KLEINES bisschen. Manchmal versuchte ich den Puck einfach in die Einräumarbeiten einzubeziehen. Das endete aber meist darin, dass er die Sachen, die ich auspackte, wieder einsammelte und in irgendwelchen halb geleerten Umzugskisten verschwinden ließ. War also nur so halb erfolgreich.

Der Papa kam ebenfalls nur schleppend voran. Er ist für die groben Arbeiten zuständig, die er, das sei an dieser Stelle mal bewundernd erwähnt, aber mal sowas von draufhat. Ich wäre ohne meinen Handwerker manchmal sehr aufgeschmissen. Sehr männlich das. Hihi.

Ich schweife ab. Ach ja, schleppend ging’s vorwärts, weil der Mann natürlich auch viel arbeitet und abends bohren ist nicht immer eine gute Idee. Wir wollen uns die gute Nachbarschaft nicht gleich versauen.

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Ein Stückchen Ordnung.

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Der Balkon entsteht.

Alltagshaushalt

Es dauert also alles seine Zeit hier. Das stresst mich eigentlich auch gar nicht so. Die wichtigsten Dinge sind fertig und dieses Wochenende haben wir sogar einige Meilensteine abgearbeitet. Ich bin zufrieden. Das einzige, was etwas nervig wurde, war, dass neben dem Umzugschaos langsam aber sicher auch das ganz normale Haushaltschaos Einzug hielt. Im wahrsten Sinne. Wäscheberge türmten sich, die Küche glich einem Schlachtfeld. Und so ging es noch langsamer voran, weil unsere spärliche Zeit durch eben diese Dinge völlig aufgebraucht wurde.

Kommende Projekte

Ganz langsam nimmt hier alles Formen an. Mehr muss auch noch nicht sein. Da kommen noch 6 Wochen Sommerferien, ziemlich dicht gefolgt von 6 Wochen Mutterschutz auf mich zu. Und für diese Zeit brauch ich ja auch noch das ein oder andere Projekt, nicht wahr. Zum Beispiel die Wandgestaltung. Oder das Finden einen schönen Stillsessels.

 

Alles in allem war dieser Umzug bisher Einstellungssache. Er verlief langsam und chaotisch. Abgesehen von unserer Organisation um den Kleinen herum. Die war klar durchdacht, hat sich ausgezahlt und das Eingewöhnen gut verlaufen lassen. Ansonsten sahen und sehen wir’s gelassen und wurschteln uns weiter vorwärts. Im Grunde ist es auch nicht so viel. Man müsste nur mal am Stück was schaffen. Hier wären zum Beispiel Oma und Opa in der Nähe, die das Enkelkind mal ein Weilchen betreuen vielleicht eine tolle Hilfe. Diesen Luxus haben wir so nicht immer. Aber wie gesagt. Es geht seinen Gang. Nur eben langsam.

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Alles in Ruhe und im Einklang. Dieses Kaffeezeichen empfing ich ja direkt an einem der ersten Tage in der neuen Wohnung. Ein klares Credo.

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