21. SSW (“Auf in die zweite Runde”)

Die Halbzeit ist geschafft, überschritten sogar. Ich find’s gut. Es nämlich so: Ich habe diese Schwangerschaft beziehungsweise dieses Kind sehr bewusst gewählt. Wunschkind, wie man so schön sagt. Und der Wunsch war stark. Ich schrieb ja davon. Tja, aber bin so ganz ehrlich gesagt, gar nicht so gern schwanger. Ich fühle mich ein bisschen ausgebremst und ja, manchmal fast ausgegrenzt. Ich darf nicht alles, was ich gerade gerne möchte (SALAMI, ICH WILL SALAMI!). Die ganze Sache dauert auch so laaaaaang. 40 Wochen. Herrje.* Die Zeit rast zum Glück momentan. Aber ich habe auch diese Kaugummiwochen. Die ersten Monate sind in der Regel schrecklich kräftezehrend und anstrengend. Und die letzten Monate sind auch nicht immer ein Zuckerschlecken, wobei ich hier nicht jammern darf. Ich blieb ja wirklich verschont. Und wenn dann, wie in den ersten Wochen dieser Schwangerschaft auch noch Komplikationen auftreten, fällt das Genießen nicht unbedingt leichter.

Das alles steht aber in keiner Relation zu den kleinen, durchaus schönen Momenten. Ihr wisst schon. Den Tritten und so. Und vor allem in keiner Relation zu dem Kind, auf das ich mich mit jeder Faser meines Herzens freue. Aber das mit dem Schwangersein finde ich eben nicht kompromisslos wundervoll.

Diese Woche wurde mir das aber auch wieder einmal extrem deutlich. Ein wenig Sorge hat sich eingeschlichen und die raubt manchmal Nerven. Nur so schleichend und leise. Aber dennoch. Ich werde mal konkreter.

Ich spüre meinen Beckenboden sehr deutlich. Vielleicht erstmal nicht so dramatisch. Aber dennoch ein Zeichen. Fühlt sich an wie in den ersten Wochen der Geburt. Ich kam damals nur schwer wieder auf die Beine. Konnte nicht lange am Stück laufen und meine mannigfachen Geburtsverletzungen brauchten lange, um abzuheilen. Und nun drückt es und zwickt und zieht nach unten. Nicht so toll. Ist noch nicht dran. Und dann ist da zusätzlich die Sache mit den Wehen. Ich habe klar spürbare Übungswehen. Auch das erstmal nicht so aufregend. Hatte ich beim Puck auch früh. So, dass meine damalige Frauenärztin mich bereits zu einer ähnlichen Woche wie jetzt ans CTG hing. Gott sei Dank ohne Befund. Die Kontraktionen wurden einfach auf die wahnsinnige Aktivität des Zwergs zurückgeführt. So war es dann auch. Der Mini-Puck ist wieder so ein Strampel. So ein Hibbelchen. Ich merke seit Wochen die Tritte. Man kann sie schon lange selbst von außen deutlich sehen. Und gefühlt ist das kleine Würmchen 24 Stunden wach. Darum vielleicht auch wieder diese vermehrten Kontraktionen?

Die Kombi aus Druck auf den Beckenboden und vor allem abends spürbare Wehentätigkeit machten mich nun aber doch etwas nervös. Gestern sprach ich mit meiner Hebamme, mit der ich seit meiner ersten Schwangerschaft gut befreundet bin. Da ich Freitag eh eine reguläre Vorsorge habe, riet sie mir weiterhin ruhig zu bleiben, einfach einen Gang runter zu schalten, wann immer es mein Job und mein Kind zulassen, vorsorglich ein wenig Magnesium zu nehmen und wenn ich doch zu unsicher werde, lieber zum Arzt zu gehen.

Naja und nun versuche ich mein Vertrauen wieder komplett aufzubauen und werde Freitag mal in Ruhe mit meiner Ärztin darüber sprechen. Sie wird das Ganze ja dann auch genauer untersuchen und kann schnell feststellen, ob alles seinen normalen Gang geht. Und daran glaube ich eigentlich nach wie vor.

Huch, nu hab ich aber viel erzählt. Dann mal zu den Daten:

Gewicht

71,5 Kilo –> also + 5,5 Kilo. Das ist schon mal einiges. Dürfte gerne langsamer gehen. Gerade habe ich das Gefühl, täglich kommt ein Kilo dazu.

Bauchumfang

Tendenz deutlich steigend.

Körperlichkeiten

Wehen. Drückender Beckenboden. Ein wenig Druck auf den Magen. Dabei richtig Lust auf sehr spezifische Gerichte, z.B. Gnocci mit Sauerkraut. Musste dringend sein.

IMG_2913

Emotionalitäten

Ein wenig Sorge. Aufgrund der eben genannten Körperlichkeiten.

Das Foto

IMG_2917

Man beachte meine tolle Hose. Und meinen wachsenden Bauch.

Outfit der Woche

Möchte ich ab jetzt dazu nehmen. Eine Sache mir die Schwangerschaft etwas zu versüßen, ist es, mir süße Outfits zu überlegen. Irgendwie albern. Aber das ist doch ein Part, den ich arg leiden mag. Da wir aber noch keinen Ganzkörperspiegel in der Wohnung haben, ist das Foto derzeit in unserem Fahrstuhl aufgenommen. Man erkennt ein wenig, Zumindest. Ach, sehr authentisch.

IMG_2916

Eine Schülerin kommentierte das prompt mit: “Frau N., wieso kommst du den im Schlafanzug zur Schule?” Soviel zu meinem Hipsterstyle.

 

* Wobei ich natürlich möchte, dass ich diese 40 Wochen auch erreiche. Oder fast. Na, ihr versteht schon.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.