Unser Wochenende in (Wort)Bildern 21.Mai / 22. Mai…

… oder “Erholung für Fortgeschrittene”. Diese Sache mit dem Beine hochlegen ist nicht meine Stärke. Ich gehöre eher zum Typ Hummeln im Hintern. Ich kann durchaus zur Ruhe kommen und das Nichtstun genießen, ich bin da nur ein wenig effektiver. Ein paar Minuten reichen in der Regel zum Akku aufladen. Ausgiebig Baden schaffe ich z.B. nicht. Nach spätestens einer Viertelstunde ist mir in der Regel langweilig. Verquer, was? Ha, doch, Mittagsschlaf. Das kann ich. Und das stets länger als nach Power-Napping-Regeln vertretbar ist.

So, das war eine äußerst ausufernde Einleitung zu unserem (wuseligen) Wochenende in Bildern. Es werden heute dann doch eher Wortbilder als tatsächlich visuelle. Ich habe die Tage und vielen, vielen Momente so sehr genossen, dass ich das Fotografieren oft vergaß. Eigentlich gut so. Irgendwie.

Der Samstag beginnt um Punkt 6.45 Uhr. Alles nach 6 Uhr gilt als Ausschlafen. Wir sind also zufrieden. Die Morgen am Wochenende sind mir heilig. Der Puck turnt im Schlafanzug durch die Wohnung, begrüßt seine Spielsachen, bringt uns Bücher ans Bett, holt sein Duplo. Mein Mann steht auf und macht mir Kaffee, während ich den blumigsten Erzählungen meines Sohnes lausche, zu denen er beim Durchblättern seiner geliebten Bücher inspiriert wird. Um Punkt acht öffnet unser Bäcker. Wir sind meist die ersten Kunden. Heute geht der Mann das Frühstück jagen und als er mit der Beute zurückkehrt, öffnet ihm der Puck die Tür und trägt die Tüte zum Frühstückstisch. So läuft es immer.

Nach einem guten Frühstück, packt der Mann das Auto mit Werkzeug, Pfandflaschen und Glasmüll voll, denn wir haben noch einiges vor. Der Puck und ich bewässern unseren Balkondschungel. Dann geht es frisch angezogen (Mag sein, dass wir nicht nur die Pflanzen gewässert haben) mit dem Auto in die Stadt. Knappe zwei Monate nach unserem Umzug melden wir uns nämlich um. Ja, an einem Samstag. In der Großstadt geht das. Dank vorher vereinbartem Termin sind wir auch gleich dran und werden schroff darauf hingewiesen, dass wir drei Minuten zu spät kommen und dass wir ja nicht die ersten wären, deren Uhren heute anders ticken würden und sie jetzt eigentlich schon die nächste Nummer drannehmen wollte, nachdem man uns ja mindestens dreimal aufgerufen hätte. Glückwunsch, liebe Sachbearbeiterin, minimalen Machtbereich maximal eindrucksvoll demonstriert. Wer’s braucht.

Nach einer dann sehr schnell und unproblematisch verlaufenden Ummeldung, geht es zum Einkaufen. Samstag vormittag wie immer eine tolle Idee. Nicht. Stress, Hektik, genervte Menschen. Ich begebe mich in einen friedfertigen Zen-Zustand und lasse die miese Laune an mir vorüberziehen. Das Wetter ist schön, ich hab schon richtig was geschafft und wir ergattern sogar noch frische Erdbeeren. Läuft also.

Im Anschluss trennen sich unsere Wege. Der Mann fährt in unsere ehemalige Wohnung, die wir Ende des Monats abgeben und beginnt mit der “Aktion Besenrein”. Der Puck und ich essen gemütlich Mittag.

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Nach einem ausgiebigen Mittagsschlaf, machen wir uns mit der Straßenbahn auf dem Weg zum Papa, um die aktuellen Fortschritte der Aktion zu beurteilen. Der Gute ist vorangekommen. Der Sperrmüll liegt gehäuft, Bad und Küche sind geputzt, die Böden wieder erkennbar. Berge von Müll fanden ihren Weg in die Tonne.

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Den Spiegel hat übrigens meine hiesige beste Freundin zerbrochen. Ich bin also raus. So pechtechnisch und so.

Meine Schwester kam mit ihrem Freund ebenfalls zur alten Wohnung, um von uns diverse Babyklamotten, Tragetücher, Krabbeldecken und ein Gitterbettchen zu erhalten. Ach ja, sie ist nämlich gleichzeitig mit mir schwanger. Einerseits ist das unglaublich toll, denn die Kinder werden gleichalt sein. Andererseits hätte ich ihr gerne mehr Exklusivität gewünscht. Die erste Schwangerschaft ist etwas so, so Besonderes und irgendwie hätte ich ihr die alleinige Aufmerksamkeit gegönnt. Liebstes Schwesterherz, solltest du diese Zeilen jemals lesen, dann sei dir nochmal gesagt, wie aufregend ich das finde und wie schön. Und dass ich richtig stolz bin, wie souverän ihr das bis hierhin schon gewuppt habt. Ach, das wird was.

Im Anschluss belohnten wir uns alle für diesen effektiven Tag mit einem Grillen bei meinen Eltern. Die leben ja sehr dörflich mit großem Garten und so. Der Puck turnte bis knapp 21.00 Uhr fröhlich über Stock und Stein, schlief auf der Rückfahrt selig ein und ließ sich (quasi zum ersten Mal) schlafend in unser Bett umquartieren. Das war ein richtig schöner Ausklang.

Der Sonntag startet um 7.00 Uhr. Wieder Zufriedenheit. Für den weiteren Verlauf des Morgens “siehe Samstag”. Nach dem Frühstück muss der Mann ein wenig arbeiten, da er am Vortag seine Firmenpflichten etwas vernachlässigen musste. Ich verziehe mich mit dem Kleinen wieder auf den Balkon. Bei der Hitze braucht unser Dschungel viel Wasser. Wieder ist es möglich, dass wir auch noch viel anderen Quatsch mit dem Wasser angestellt haben. Zum Mittag gibt es Obstsalat und Bananenmilch. Und dann verziehen sich Papa und Puck zum Mittagsschlaf und ich habe Ausgang. Eine Lieblingskollegin feiert nämlich ihren 40. Geburtstag nach und ich kann ganze drei Stunden dabei sein.

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Zwei andere Lieblingskolleginnen holen mich ab und wir fahren mit dem Fahrrad. Noch schaffe ich das alles gut. Mit nur etwas weniger Puste. Nach knappen 40 Minuten sind wir da und verbringen die nächsten Stunden in einem wundervollen Fluss-Strand-Cade bei 30 Grad. Ein bisschen Urlaub. Ein bisschen sehr sogar.

Gegen 15. 00 Uhr mache ich mich alleine auf den Rückweg. Wir müssen heute in der alten Wohnung weitermachen. Ich habe also noch Programm. Eine halbe Stunde später treffe ich zu Hause ein. Der Puck ist nach einem ziemlichen langen Mittagsschlaf quietschfidel und freut sich gigantisch, dass ich komme. Schönes Gefühl. Der Papa konnte die ganze Zeit arbeiten. Erwähnte ich die Selbstständigkeit? Selbst und ständig und so. Darum wurde auch dieser Zeitraum für meine Auszeit ausgesucht. Ganz flexibel wurde die kleine Privatfeier auf den Mittagsschlaf meines Sohnes gelegt. So lieb.

Dann gehts gemeinsam zur Fortsetzung der Aktion Besenrein. Heute müssen Löcher verspachtelt und überstrichen werden.

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Dies übernimmt mein Mann, während ich mit dem Puck auf unserer ehemaligen Terrasse ein bisschen Wasserspiele aufbaue. Improvisiert. Ist ja nix mehr da, außer ein paar Kisten und dem Sperrmüll. Klappt aber.

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Es wird gepatscht und sammeln kleine Kieselsteine zum Plumpsen lassen. Auf dem Bild sehr ihr meine neue FlipFlops. Schlicht und so schön. Und machen einen schmalen Fuß. Eben diese sind bisher von Wassereinlagerungen verschont geblieben. Toi, toi, toi.

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Der Puck flippt momentan beim Anblick von Ameisen völlig aus. Er muss dann jede einzelne begrüßen und ja, das meine ich wörtlich. “Naaaaa, tleine Ameise.” Kann dauern. Je nach Größe der Kolonie.

Der Kleine und ich machen uns außerdem noch auf den Weg zur Eisdiele und verspeisen bei schönstem Sonnenschein eine Kugel Joghurteis (Na gut, ich hatte noch ne Kugel Stracciatella). Gegen 18.00 Uhr sind die Bauarbeiten vorerst beendet und wir fahren nach Hause. Hier koche ich Spaghetti Bolognese (“Nuleln mit Bleeeeeisch”) und wir machen uns ausgehungert über die Köstlichkeiten her. Anschließend baden Papa und Puck, während ich nebenbei dusche. Frisch gesäubert bringe ich den kleinen Mann ins Bett. Anschließend wird auch die neue Wohnung einem halbwegs besenreinen Zustand angepasst und dann ist (fast) Feierabend.

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Ich verfasse noch diesen Beitrag und muss dann noch meine schulische Wochenplanung erledigen. Aber das geht fix. Hoffe ich.

So, das war ein sehr vollgestopftes aber glücklich machendes Wochenende, dessen Wetter so fröhlich daher kam, wie meine Laune. Beim nächsten Mal gibt es aber wieder mehr Bilder und weniger Worte. Ehrlich, jetzt.

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