Ein ganzes Jahr…

Das war er also. Mein letzter Schultag in diesem Schuljahr. Die Sommerferien haben begonnen. Und ich habe es geschafft. Irgendwie. Vollzeit arbeiten mit einem einjährigen Kind. Ehrlicherweise müsste ich sagen, dass ich es phasenweise eher “überlebt” als “geschafft” habe. Besonders am Anfang diesen Jahres, in den ersten drei Monaten meiner zweiten Schwangerschaft habe ich mich irgendwie von Tag zu Tag gekämpft.

Auch wenn ich am Ende meiner Elternzeit eher wenig optimistisch auf meinen Arbeitsbeginn geschaut habe und mir die Trennung vom Puck alles andere als leicht fiel, finde ich, wir haben das letztendlich toll gemeistert. Wir brauchten ein paar Wochen, um uns mit all den Veränderungen zu arrangieren, aber das ist ja völlig verständlich und in Ordnung so. Und seitdem geht der Kleine so unglaublich gern zu seiner Tagesmutti. Jeden Tag fragt er mich, ob ich heute arbeiten gehe und ob er zu “Inge” gehen darf. Er ist so gut aufgehoben in diesem liebevollen kleinen Rahmen. Und nur deswegen konnte ich mich auf meine berufliche Tätigkeit konzentrieren. Gestern erhielt ich den Bericht zu meinem Verbeamtungsbesuch. Er fiel, trotz des merkwürdigen Nachgespräches, ausgesprochen positiv aus. Ein schöne Belohnung für die vielen arbeitsintensiven Wochen.

Ich hatte auch deutlich Angst davor, wo meine Freundschaften bei all meinen Verpflichtungen als Familienernährer, Hauptversorger des Kleinen und Familien-/ Haushaltmanangerin am Ende bleiben würde. Fazit des Ganzen: Irgendwie blieb da Zeit. Natürlich bin ich nicht mehr genauso flexibel und ungebunden wie früher. Und meine Zeit war knapp bemessen. Aber ich pflege meine Freundschaften wirklich so gut es geht. Treffen, Telefonaten, Einladungen versuche ich die höchste Priorität zukommen zu lassen, die mir in meiner Situation eben möglich ist. Das braucht ein wenig Verständnis von meinen Freunden, denn ich bin eben nicht allein. Das klappt aber eigentlich ganz gut. Und ab und zu kann sich mein Mann beruflich loseisen, so dass ich mal ein paar Stunden Zeit für ein Abendessen habe. Mit mehr habe ich auch einfach nicht gerechnet und bin zufrieden. Ich höre immer wieder, dass junge Mütter viele Freundschaften aufgeben müssen, weil z.B. das Verständnis fehlt. Das finde ich so traurig. Zugegebenermaßen können sich auch meine Freunde, da fast ausnahmslos kinderlos, nur schwer in meine Situation hineinversetzen und nicht immer haben sie riesiges Interesse an meinem Mama-Dasein, aber das hatte ich früher auch nicht unbedingt. Und wenn es jetzt doch mal holprig wurde, konnten wir das bisher recht gut kommunizieren und klären. Das ist lebensnotwendig für mich. Meine Freunde sind meine Familie. Würde ich auch nur einen dieser Herzensmenschen verlieren, wäre das für mich ein furchtbarer Schlag. Die Freundschaften haben sich natürlich ein wenig verändert, aber so ist das Leben. Selten beständig und starr. Aber die Menschen bleiben. Und dafür bin ich sehr, sehr dankbar, denn das ist nicht selbstverständlich.

Dann wäre da noch ICH. Ich kam vielleicht tatsächlich etwas zu kurz in diesem Jahr. Von grundlegenden Bedürfnissen wie ein paar Stunden Schlaf am Stück bis hin zu Zeit für meine äußere Erscheinung. Naja, wird alles wiederkommen, irgendwann. Jetzt sind ja erstmal Sommerferien und da der Puck zumindest die ersten drei Wochen noch bei der Tagesmutti ist, bevor diese Urlaub macht, ist da ja mal etwas Zeit für mich. Juhu.

Der letzte Schultag gestern war übrigens sehr schön. Voller Vorfreude, Dankbarkeit, Geschenke und ein wenig Abschiedsschmerz meiner Viertklässler.

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Meine Wohnung ist nun u.a. gespickt mit diversen Blumensträußen. Herzallerliebst.

Nach einem gemeinsamen Lehrerfrühstück bin ich dann nach Hause, um gleich wieder aufzubrechen und meinen Puck abzuholen. Endlich mal zu Fuß. Anschließend läuteten wir die Sommerferien mit einem köstlichen Eis ein. Den weiteren sehr warmen Tag verbrachten wir im Schatten auf unserem Balkon, wo der Kleine erst im Sand ordentlich matschen durfte und dann in einer umfunktionierten Babywanne ordentlich plantschen konnte. Herrlich.

Abends machten wir zusammen Pizza. Zur Feier des Tages kam nämlich auch der Mann schon zum Abendessen nach Hause.

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Und während ich gerade auf das Jahr und auf den gestrigen Tag zurückblicke, mampfe ich noch ein paar Reste dieses Festmahls. In diesem Sinne. Mahlzeit.

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