35. SSW (“Ich werd irre.”)

#Tagebuch Mini-Puck Kapitel 26 (35. SSW)

35. Woche also. Meine App, in der ich heute nach langer Zeit mal wieder las, sagt irgendwas von 40 Tagen bis zur Geburt. Das ist mal ne Hausnummer. Und so langsam, ganz langsam ist das auch gut so. Geburtsangst hin oder her.

Über großartige Beschwerden kann ich zwar nach wie vor nicht klagen. Ein bisschen drückt es in den Magen. Aber nicht so, dass ich nicht weiterhin ganz passable Portionen verschlingen kann. Dennoch war die letzte Woche eine Herausforderung für mich. Zum einen bekam ich einen Anruf aus meiner Frauenarztpraxis, bei dem mir kurz mitgeteilt wurde, man hätte Bakterien in meinem Abstrich gefunden. Diesen hatte meine Ärztin eigentlich nur vorsorglich gemacht, da sich ja mein Muttermund bereits leicht geöffnet hat. Ist ja gut, es gleich entdeckt zu haben. Ich soll nun Milchsäurekapsel “nehmen”, welche ich mir gleich abgeholt habe. Mehr weiß ich auch nicht. Scheint wohl nicht so dramatisch. Beziehungsweise werde ich wohl morgen bei meiner nächsten Routineuntersuchung Genaueres erfahren.

Zum anderen wäre da noch die Sache mit der Kindslage. Ach, ich würde das gerne völlig entspannt sehen. Wissend, dass der Mini-Puck sich schon bereit machen wird, wenn die Zeit gekommen ist. Aber mit jedem Tag der verstreicht, leuchtet das Wort “Kaiserschnitt” vor meinem geistigen Auge auf. Ich kann gar nichts dagegen machen. Dieses Damoklesschwert schwebt über mir. Und es nervt mich. Jeden Morgen wache ich verspannt auf und taste gleich auf dem Bauch herum. Ist das Köpfchen noch oben? In den letzten Tagen hat sich lagetechnisch auf jeden Fall was getan. Ich merke die Tritte anders und das Würmchen sitzt auf jeden Fall nicht mehr. Aber nach Schädellage fühlt sich das Ganze auch noch nicht an. Morgen bin ich erstmal wieder schlauer. Das Warten, Hoffen und diese Ungewissheit machen mich verrückt. Echt jetzt. Ich habe gerne alles unter Kontrolle, halte die Fäden in der Hand. So war ich schon als kleinstes Kind. Und dieses Abgeben, Loslassen und Vertrauen, das fällt mir nicht ganz so leicht. Aus Gründen. Seit der Puck da ist, arbeite ich täglich daran und gemeinsam bekommen wir das gut hin. Vielleicht ist das jetzt einfach meine Aufgabe. Das Loslassen und Vertrauen. In meinen Körper. In den Lauf der Dinge. Wäre schon möglich. Ist aber ein harter Brocken.

Im Übrigen, ich glaube, das erwähnte ich auch bereits letzte Woche, würde ich bei einer reinen Beckenendlage und wenn medizinisch keine Einwände bestehen, eine natürliche Geburt probieren. Ich habe bereits in der letzten Woche schon mit meiner Hebamme darüber gesprochen, die diesen Wunsch sehr bestärkt. Darüber werde ich dann aber ausführlicher berichten, sollte es wirklich soweit kommen. Noch übe ich ja diese Sache mit dem Vertrauen.

Gewicht

77,5 Kilo –> + 12,5 Kilo. Tja.

Bauchumfang

98 cm. Es bleibt weiter spannend.

Körperlichkeiten

Geöffneter Muttermund, Bakterien, Magendruck.

Emotionalitäten

Weiter fortschreitende Fixierung auf die Lage meines Babys. Anstrengend das.

Das Foto

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Outfit der Woche

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Mal wieder im Fahrstuhl aufgenommen. Da war ich auf dem Weg zu meinem letzten Schultag. Übergabe, noch ein/zwei Dinge erledigen, Abschiedsgeschenk für die Kolleginnen (Nüsse, Nüsse, Nüsse, denn damit habe ich meine Lieben dieses Jahr stets versorgt.), Schlüsselabgabe. Sowas eben. Danach konnte ich wirklich mit gutem Gefühl gehen. Und den Mutterschutz wirklich anfangen lassen.

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