37. SSW (“Entspann dich, Mama!”)

#Tagebuch Mini-Puck Kapitel 28 (37. SSW)

Ich habe ja auf die neue Woche gesetzt. Die davor wollte ich lieber ein bisschen abhaken. Ich war nervös, gestresst und deprimiert.

Was soll ich sagen? Diese Woche war tatsächlich besser. Eben vor allem was mein Gemüt betrifft. Und auch des Pucks Nase ist wieder frei und er schläft zumindest wieder etwas ruhiger. Meine Stimmung wurde vor allem durch einen wichtigen Termin am Freitag kuriert. Da war ich nämlich beim Homöopathen. Mit dem Ziel, meine Anspannung, meinen Stress und meine Ängste im Bezug auf die unsichere Lage zur bevorstehenden Geburt zu lindern beziehungsweise, ihnen erstmal auf den Grund zu gehen.

Knappe 3 Stunden später war ich deutlich schlauer, deutlich ruhiger und mit einer Ration auf mich zugeschnittener Globuli ausgestattet. Ich war vorher erst einmal in homöopathischer Behandlung und das auch nur für einen Termin, weil mir die Dame damals so gar nicht sympathisch war. Ein wenig skeptisch war ich daher vielleicht, aber gewillt, die Dinge auf mich zukommen zu lassen. Was hilft, hilft. Egal wie und warum.

Der wirklich ganz liebe Herr sprach mit mir. Über alles. So gefühlt. Über meine etwas spezielle Kindheit, meine abertausenden Macken und natürlich auch speziell über die Geburt des Pucks. Die dauert damals knappe 30 Stunden und während ich in den ersten 24 Stunden tatsächlich irgendwie bei mir war, einen Rhythmus fand und mich durchaus zuversichtlich durch dieses ganze Abenteuer atmete, waren die letzten 6 Stunden eine Grenzerfahrung. Im traumatisierendsten Sinne. Ab da wurde sich nämlich eingemischt. Das war damals lieb gemeint, brachte mich aber derart aus meiner Mitte, dass ich ab da komplett die Kontrolle über die Geburt verlor. Die Wehen überrollten mich, ich hatte Angst, Panik, war verzweifelt, enttäuscht von meinem Körper. Verspannte. Der Muttermund öffnete sich, ein Saum blieb, der verhinderte, dass ich Pressen durfte. Obwohl mein gesamter Körper nur das wollte. Und so vergingen die Stunden und meine Erschöpfung und Verzweiflung stieg. Irgendwann durfte ich pressen. War am Ende, bekam keine Luft und dachte wirklich, das ein menschlicher Körper das nicht aushalten kann. Ich dachte ernsthaft, ich würde jeden Moment sterben. Mein Herz nicht mehr mitmachen. Ich hatte echte Todesangst. Irgendwie schaffte der kleine Mann seinen Weg nach draußen, nicht aber, ohne deutlich Spuren zu hinterlassen. Ich wurde genäht. Lange. Sehr lange. Und bis heute hab ich was davon.

Und nun kommt der Knackpunkt. Der Aha-Effekt des Gespräches. Ich habe diese Geburt nicht so recht verarbeitet. Und ärgere mich, dass ich nicht auf mich, sondern auf die anderen Personen hörte und mich rausbringen ließ. Ja, und diesmal? Von Anfang an nahm ich mir vor, das diesmal besser zu machen. Am Ende wohlwollend und stolz auf die Geburt zu gucken. Ich wusste ja nun, wo der Fehler lag. Diesmal würde ich das rocken. Wie man so sagt. Und genau das ist das Problem. Ich gebe meinem ungeborenen Kind hier einen großen Auftrag. Seine Geburt soll mich mit meiner letzten Geburt versöhnen. Ich will mir verzeihen. Mir beweisen, dass ich das besser kann. Falscher Ansatz. Unverkennbar. Denn das Krümelchen ist dafür nicht verantwortlich. Es darf kommen, wie es kommen mag (oder muss). Seinen eigenen Weg wählen. Es ist nicht die Aufgabe dieser Geburt, die letzte wieder “gut zu machen”. Diese Geburt steht für sich. Soll mir mein zweites Kind schenken. Nicht mehr und nicht weniger.

Das war mal eine Erkenntnis. Sehr hilfreich. Darum war ich eben so gestresst. Ich sah meine Chance, diese Geburt superduper abzuliefern einfach dahinschmelzen. Seit ich den Blickwinkel geändert habe, kann ich schon mal besser akzeptieren, dass diese Geburt eventuell so ganz anders läuft, als ursprünglich erhofft. Das macht mich ruhiger.

Abends nahm ich dann noch Globuli. Die irgendwie zusätzlich noch Anspannung lösen. Faszinierend. Am nächsten Tag war übrigens Krawall und RemmiDemmi in meinem Bauch. Der Mini drehte sich hin und her, trat, boxte, strampelte. Ich glaube, er war die letzten Tage in Schädellage. Seit gestern aber wieder Beckenendlage. Ich bin gespannt. Morgen ist Vorsorge. Aber ich kann eine Steißlage derzeit recht gut annehmen. Dann eben auf diesem Wege. Es ist nicht mehr so beängstigend. Sehr wertvoll das.

Ansonsten kämpfte ich mich am Wochenende eben hochschwanger durch 36 Grad. So richtig super ging es mir nicht. Aber ich denke, ich habe etwas wenig getrunken. Im Großen und Ganzen war es ertragbar. Oder halt auch nicht schlimmer als für Unschwangere.

Zu den Daten..

Gewicht

77,5 Kilo –> + 12,5 Kilo. Und wieder aufwärts.

Bauchumfang

99 cm. Es bleibt spannend.

Körperlichkeiten

Je nach Lage drückt der Bauch recht anstrengend.

Emotionalitäten

Siehe oben. Mal wieder.

Das Foto

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Wat’ ne Wampe.

Outfit der Woche

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War bei der Hitze doch das angenehmste. Alles schön abgedeckt, sitzen hat nicht geklebt und es war doch luftig.

Kommentare

  1. Avatar
    Svenja

    Lese schon seit ein paar Monaten leise mit, weil auch Lehrerin und Mama. :) Wünsche dir alles gute für den Endspurt ohne viele Sorgen.

    1. Sassi
      Sassi

      Ach, das ist aber wirklich ganz lieb von dir. Vielen Dank. Da gibt es tatsächlich noch ein paar mehr von unserer Sorte. Die bloggenden Lehrermamas. Hihi.

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