Die 30 – #1″Liebe”

Es ist so. Ich werde nicht nur in ein paar Tagen zweifache Mama sein, sondern auch einen ziemlich runden Geburtstag feiern. Ja, ja, terminlich spielen wir hier wirklich russisch Roulette.

Ich bin ganz ehrlich. Ich stell mich ein bisschen an. Das mag lächerlich sein und ich habe das Gefühl mein Umkreis hat seine “Dreißigsten” irgendwie ziemlich lässig weggesteckt. Aber ich bin wehmütig. Ich fühle mich ein bisschen ins Erwachsensein geschubst. Ich merke plötzlich das Altwerden. Die Zwanziger waren und sind auch noch ein paar Tage eine wahnsinnig prägende Zeit gewesen. Ich zog aus. Ich studierte weit, weit weg von zu Hause. Ich nahm einige Freundschaften mit und schätze mich glücklich, dass sie seit Jahren überdauern. Aber ich traf auch neue Herzenmenschen, die seit vielen Jahren nun meine engsten Wegbegleiter sind. Ich lernte meinen Mann kennen. Ich heiratete. Machte einen Abschluss. Begann meine berufliche Laufbahn. Bekam einen ganz wundervollen Sohn. Zog 276.507 mal um. Reiste. So gut es meine Flugangst zuließ.

Und jetzt? Jetzt kommt ein neuer Abschnitt. Zweifelsohne. Und wenn ich dann 40 werde (wuaaaah), dann fällt mir der Abschied von den 30ern hoffentlich ebenso schwer, weil es eine ganz und gar aufregende und wundervolle Zeit war. Aber gerade im Moment bin ich noch mit diesem Abschied beschäftigt. Und eben sentimental. Die 2 vor meiner Jahreszahl verlieh meinem Alter gefühlt immer noch einen jugendlichen Touch. Jetzt eben dieses Erwachsene. Was immer das ist. Aber ich habe gehört, die 30er sind ja die neuen 20er. Hab ich ne gute Generation erwischt.

Ich möchte meinem Geburtstagsblues ein bisschen entgegenwirken und mal “zurückschauen”. Seht ihr, wie so ne alte Dame. Darum kommen jetzt bis zu Tag X “Die 30”. 30 Fakten zu den verschiedensten Bereichen meines Lebens. In der Hoffnung, dass sie mich daran erinnern, was alles so passiert ist und wo es mich hingebracht hat und dass das gut so ist.

Heute starten wir gleich mal mit einer spannenden Rubrik. 30 Fakten über mich und die Liebe. Mhm, ich bin gespannt, ob ich das 30 interessante Sachen zusammenkriege. Erwähnte ich schon mal, dass ich eigentlich immer nur so drauf los schreibe?

  1. Meine erste “große Liebe” hieß Tim und wir gingen in die gleiche Grundschulklasse.
  2. Ich war gar nicht verliebt in ihn, aber alle anderen Mädels und deswegen habe ich mitgeschmachtet.
  3. Mich haben Jungs “auf diese Weise” erst deutlich später interessiert. So ab der 7./8. Klasse vielleicht.
  4. Ich war bis zu eben diesem Alter auch nicht unbedingt für Jungs interessant. Jungenhafte Frisur, nicht sonderlich stylisch gekleidet, eher ein Kasper. Super Kumpel also, aber nicht unbedingt der Traum der Möchtegern-Teenager-Jungs.
  5. Ich war dann immer mal wieder für 1-2 Wochen mit einem Jungen “zusammen”. So mit Händchenhalten. Fand das aber immer irgendwie albern.
  6. Ich habe bis ins späte Teenageralter zwar gerne Schnulzen geschaut, musste zum Beispiel bei Kussszenen wegschalten, weil ich diese Überemotionalität und Gefühlsduselei nicht ausgehalten habe.
  7. Mein Selbstbewusstsein gegenüber Jungs und heute Männern ist und war nie besonders groß.
  8. Vermutlich darum hatte ich immer wieder ein glückliches Händchen für totale Reinfälle und Nieten.
  9. Bei meinem ersten richtigen Kuss war ich 16.
  10. Mit dem dazugehörigen Jungen war ich so knapp ein Jahr zusammen.
  11. Es war die schlimmste Zeit meiner Jugend, der schlimmste Typ überhaupt (faul, ziellos, Kettenraucher, Kiffer, egoistisch, sadistisch) und für mich, meine Eltern/Familie, meine schulischen Leistungen und meine besten Freunde eine Zerreißprobe.
  12. Ich drehte ein bisschen am Rad. Haute nachts von zu Hause ab, um mich mit dem Jungen zu treffen, weil meine Eltern mir irgendwann den Umgang verboten.
  13. Mit diesem Jungen hatte ich, im Alter von 17 Jahren auch zum ersten Mal, na, ihr wisst schon. War furchtbar. So richtig klassisch schrecklich.
  14. Nachdem ich endlich den Absprung aus dieser “Beziehungshölle” schaffte, gab es eine Phase mit Kurzzeitbeziehungen und Knutschen auf Abipartys. Aber alles besser als das davor.
  15. Mit knapp 18 kam ich mit meinem nächsten Freund zusammen. Auch dieser ist mir bis heute peinlich. Wir gingen in denselben Jahrgang. Ich fühlte mich nie wirklich zu ihm hingezogen. Aber besser als nix, hab ich gedacht. Mehr krieg ich nicht. Erwähnte ich mein Selbstbewusstsein?
  16. Wir waren trotzdem zwei Jahre zusammen. Er war so grundlegend schon ok. Und war, so denke ich, auch wirklich verliebt in mich. Aber er war unfassbar besserwisserisch, wahnsinnig unsensibel, konfliktunfähig und vor allem cholerisch. Und er sah so gar nicht gut aus. Sogar sehr unattraktiv. Klingt jetzt gemein. Ich weiß. Aber so war es und ist es bis heute. Nun ja.
  17. Wir waren noch zusammen, als ich nach Passau zog, um dort zu studieren.
  18. Innerhalb weniger Wochen reduzierte sich der Kontakt meinerseits auf ein Minimum. Ich war mit Freiheit genießen beschäftigt. Bei meinem ersten Heimatbesuch machte ich Schluss. Immerhin persönlich. Denn, dass ich mich so selten meldete, ihn nicht zurückrief und das so langsam ausschleichen ließ, tut mir bis heute tatsächlich ein bisschen leid. Egal wie unpassend und doof der Typ auch oft war, sowas macht man nicht. Also ich eigentlich nicht.
  19. Es folgte eine halbjährliche Singlephase. In der ich ein vermutlich typisches erstes Partysemester erlebte. Und es toll fand.
  20. Mein nächster Freund war der erste, in den ich wirklich richtig verliebt war, der erste mit dem ich eine mal vorzeigbare, ernstzunehmende Beziehung führte.
  21. Wir zogen nach einem Jahr zusammen.
  22. Wir zogen nach einem weiteren Jahr wieder auseinander, denn ich hatte über tausend Schicksalswege einen neuen Mann kennengelernt.
  23. Dieser Mann sollte später mein Ehemann werden.
  24. Ich verließ meinen Freund und zog nahtlos bei meinem zukünftigen Ehemann ein, weil ich keine andere Bleibe hatte.
  25. Die Trennung vom Exfreund und das Eingehen einer neuen Beziehung erfolgte zwar unmittelbar, aber zeitlich mit klarem Schnitt und moralisch von dieser Warte aus vertretbar. Schön war es natürlich trotzdem nicht.
  26. Ich zog nochmal eine Weile in eine eigene Wohnung, bevor mein Mann und ich nach einem Jahr Beziehung zusammenzogen und nach vier Jahren Beziehung heirateten.
  27. Ich bin keine einfache Partnerin. Ich brauche meine Autonomie und Kontrolle und lasse jemanden nur sehr vorsichtig so richtig echt in mein Leben.
  28. Ich ertrage Berührungen nicht immer. Aus heiterem Himmel meine Hand zu nehmen oder mir über den Rücken zu streichen oder ein Küsschen zu geben, lässt mich erstarren, zusammenzucken oder zurückweichen.
  29. Ich bin bis heute mit zu klischeehafter Romantik kolossal überfordert. Zum Weglaufen und Ohren zuhalten. Aber Bewunderung und echte Komplimente brauche ich irgendwie schon. Oder fantastisches Essen. Eine mitgebrachte Pizza. Oder Sushi. Und dann auf die Couch und Völlerei. Ja, das ist meine Romantik.
  30. Mein Mann passt perfekt zu mir. Es ist nicht immer leicht. Und gerade das letzte Jahr war sehr holprig. Aber ich zweifle nicht und nie. Er lässt mich, wie ich bin und liebt mich bedingungslos. Das ist ein seltenes Glück.

Gut, das war jetzt ein Mischmasch aus Fakten und Liebeshistorie meinerseits. Aber ich lass das jetzt mal so. Es lässt sich also für mich festhalten. Ich bin froh, meinen Partner gefunden zu haben und dankbar, dass wir schon auf einiges gemeinsam zurückschauen können. Und mit ihm in die Dreißiger zu wechseln, ist doch was. So.

Kommentare

  1. Avatar
    Melanie

    Liebe Sassi! Du lässt mich schmunzeln. Lass es dir gesagt sein, die 30er sind wunderbare Jahre. Ich kann sie dir wärmstens ans Herz legen ;-) auch wenn ich mich nächstes Jahr schon von ihnen verschieden muss... Sie sind die Fortsetzung der guten Endzwanziger. Aber kein fieser Abklatsch! Alles Liebe für Dich und die Daumen für die Geburt sind feste gedrückt! LG, Melanie

    1. Sassi
      Sassi

      Ach, das ist lieb. Ich glaube, diese paar Tage vorher sind oft dramatischer. Wenn die Zahl dann erstmal steht, dann ist es vermutlich halb so wild. Danke fürs Daumendrücken. So langsam kommt doch auch wieder ein bisschen Angst. Aber das gehört sicher ein bisschen dazu. Das Ergebnis ist ja dann ein ganz wundervolles.

  2. Avatar
    Hanna

    Hoffe der abstoßende Freund liest das nicht ;) wie viele 30 Fakten wird's denn noch geben, sprich wann hast du Geburtstag?

    1. Sassi
      Sassi

      Ach, der ist mir diese Worte schuldig. Jawohl. Tag X ist nächste Woche Sonntag. Ein bisschen Schonfrist hab ich also noch. Und ganz nebenbei vermute ich auch, dass der Mini bis dahin da sein wird, aber terminlich ist alles möglich. Ja, das werden spannende 1,5 Wochen jetzt. Geburt, der Puck wird 2, Abschied von unserer exklusiven Zeit, ich werde 30. Turbulent.

  3. Avatar
    Petra

    Selbst das Leben jenseits der 40 *hüstel* ist wunderschön ?.

    1. Sassi
      Sassi

      Gut zu wissen...:-)

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