Die 30 #2 “Schule und Beruf”

Ich hab noch nicht fest geplant, wie viele “30 Fakten über mich und mein Leben”-Beiträge es am Ende wirklich werden, zumal das ja auch von den weiteren Ereignissen hier abhängt. Aber ich mach mal fröhlich weiter.

Heute mal der Bereich Beruf und alles, was damit zusammenhängt. Also angefangen mit der Bildungslaufbahn.

  1. Ich bin im Osten geboren und war darum ganz klassisch recht früh in der Krippe.
  2. Durch diverse Umzüge meiner sehr jungen Eltern besuchte ich viele, viele Kindergärten. Ich habe daran wenig Erinnerung. Es ist aber etwas, was ich für meine Kinder nicht möchte, wenn es sich vermeiden lässt.
  3. Meine Mutter meinte, sie hätte, als ich ein Jahr alt war, bereits festgestellt, ich müsste Lehrer oder Politiker werden.
  4. Ich ging in der Nähe von Lübeck zur Grundschule. (Ihr werdet in meinen Beiträgen viele Wohnorte meinerseits lesen. Ich bin oft, wirklich sehr oft umgezogen.)
  5. Ich war 4 Jahre lang Klassenbeste.
  6. Mein Sozialverhalten machte immer Sorgen. Ich war schüchtern, eigen und sensibel. Und kam mit dem Regelsystem nicht so gut zurecht.
  7. Während meiner Grundschulzeit wollte ich Zahnärztin werden, obwohl ich vor dieser Berufsgruppe immer eine Heidenangst hatte. Irgendwann schwenkte ich auf Tierärztin um. Das wollten alle Mädchen, also ich auch. Aber eigentlich nicht. Ich elender Mitläufer. Nun ja.
  8. Ich war auf einer Grundschule mit französischsprachigem Schwerpunkt. Irgend so ein Modellversuch. In der vierten Klasse machten wir auch für 10 Tage einen Austausch.
  9. Ich wechselte ins niedersächsische Schulsystem, in dem es damals noch die Orientierungsstufe gab (5./6. Klasse). Auch hier war ich notentechnisch Musterschülerin. Sozial blieb es holprig.
  10. Ich ging auf ein klassisches Gymnasium.
  11. Bis zur 10. Klasse war ich guter Durchschnitt. Ich strengte mich nur mit minimalem Aufwand an und empfand meine Schulzeit nicht als stressig.
  12. In dieser Zeit wollte ich Kindergärtnerin werden. Mein Schulpraktikum absolvierte ich im Dorfkindergarten.
  13. In der 11. Klasse war ich mit drei Fünfen auf dem Zeugnis versetzungsgefährdet. Das hing mit dem furchtbaren ersten Freund zusammen. Ich erwähnte es im ersten Teil dieser Reihe.
  14. Im zweiten Halbjahr trennte ich mich und setzte mich zum ersten Mal auf den Hosenboden. Ich eliminierte jede Fünf und wurde ganz normal versetzt.
  15. In der Oberstufe (damals 12./13. Klasse) wusste ich, dass es jetzt um was ging und strengte mich zumindest ab und zu etwas an. Aber immer nur soviel, dass es mich nicht stresste. Ich hatte während dieser Zeit durchgehend Einser-Schnitte.
  16. Meine beste Abiturleistung war meine mündliche Prüfung in evangelischer Religion mit 14 Punkten. Und NEIN, das war nicht so geschenkt, wie es sich jetzt anhören mag.
  17. Während meiner Jugend war ich bereits arbeitstechnisch tüchtig. Ich trug eine zeitlang Zeitungen aus. Ich war Babysitterin. Fünf Jahre lang jobbte ich nebenbei als Kassiererin in einem Getränkemarkt. Außerdem gab ich jede Menge Nachhilfe und zog in einem Zeitraum von 2 Jahren eine kleine, private Dorfmusikschule auf. Flöte und Gitarre konnte man dort lernen. Als ich zum Studieren wegzog, gab ich alles ab.
  18. Während der Abizeit habe ich in einem Fünf-Sterne-Hotel probegearbeitet für einen Ausbildungsplatz als Hotelfachfrau. Ich wollte im Anschluss an diese Ausbildung Hotelmanagement studieren. Ich stellte fest, dass das doch nichts für mich war.
  19. Nach dem Abi hing ich ein halbes Jahr rum, weil ich keine Studienwahl treffen konnte. Zwischen Journalismus, Sportpsychologie (Ich trainierte mit einem damals sehr, sehr guten Freund sogar schon für den Aufnahmetest in Köln), Schauspiel oder auch Medizin war jede Menge dabei. Alles, nur nicht Lehrer!
  20. Ich wusste aber, dass ich das mit dem Lehrer wohl gut können würde und machte bis zur Zeit der Unibewerbungen ein freiwilliges dreimonatiges Praktikum in unserer örtlichen Grundschule.
  21. Da mir dieser Beruf dort ebenfalls tausendfach bestätigt und nahegelegt wurde, bewarb ich mich zum Sommersemester für den Studiengang “Grundschullehramt”. Mit dem Wissen, dass dieser Beruf zu mir passte. Und das ich das konnte. Ich ging den Weg des geringsten Widerstandes könnte man sagen. Auch wenn ich schon ahnte, dass das ganze System drumherum nicht so meines ist.
  22. Wenn ich was anfange, dann zieh ich das durch. Ohne Ausnahme. Ich studierte Deutsch im Hauptfach und zusätzlich Mathe, Biologie und Musikwissenschaft auf Grundschullehramt. In Passau. Im Bereich der Literaturwissenschaft fühlte ich mich am wohlsten. Ich analysierte Texte und überhaupt war der ganze sprachliche Teil sehr meins. Am Ende wurde mir eine Doktorantenstelle angeboten. Ich lehnte ab. Fragt nicht.
  23. Ich schloss die Uni mit Auszeichnung ab.
  24. Mein Referendariat begann 2011. Ich trennte mich nur schwer vom Studentenleben und obwohl ich meinen Job sehr gut machte. Also mit den Kindern, fachlich und inhaltlich, blieb mein Hadern mit dem Schulsystem und all seiner einengenden Starrheit.
  25. Nach zwei Jahren schloss ich auch das 2. Staatsexamen mit Auszeichnung ab.
  26. Mein Referendariat war, entgegen der Erfahrung vieler anderer Referendare, toll. Dank super Gruppe und Seminarleiter.
  27. Meine erste Planstelle trat ich in München an, wohin ich mich freiwillig versetzen ließ. Ebenso wie meine beste Freundin.
  28. Aus tausend Gründen verschlug es mich und meine kleine Familie wieder nach Niedersachsen, wo ich im letzten Jahr Vollzeit arbeitete. Nach wie vor gut in meinem Job. Nach wie vor mit Freude bezüglich der Arbeit mit den Kiddies. Nach wie vor unglücklich im System. Es war im Übrigen durch die Elternzeit das zweite Probejahr. Nach dieser Elternzeit würde das Dritte folgen und im Anschluss die Verbeamtung auf Lebenszeit.
  29. Manchmal wünsche ich mir, ich könnte beruflich schreiben. Oder zumindest so halb. Ein bisschen Hobby sollte es immer bleiben.
  30. Und nun in aller Offenheit: Man frage mich derzeit, was ich wirklich gerne beruflich machen würde, wenn ich nochmal die freie Wahl hätte. Ohne an Umschulungen, Stress, Familie und Finanzen zu denken. Die Antwort wäre wohl “Hebamme”. Da gucken se, was?

Kommentare

  1. Avatar
    Melanie

    Liebe Sassi! Komm wir tauschen ;-) Ich bin Hebamme und wäre gerne Grundschullehrerin. Echt jetzt! LG, Melanie

    1. Sassi
      Sassi

      Ist ja der Brüller. Wär ich sofort dabei. Also beim Tausch. :-)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.