Zweifachmamawehmut

Heute vormittag war ich mit dem beiden Mäusen auf einem Mama-Baby-Treffen. Es waren die Mamas aus dem Vorbereitungskurs, den ich in meiner zweiten Schwangerschaft besuchte. Es war wirklich sehr schön. Ich weiß aus Erzählungen, dass solche Treffen auch schwierig verlaufen können. Es hängt an den teilnehmenden Personen. Ich habe da Glück. Nur eine Mama ist ein wenig forscher. Das strengt an. Ihr Kind wird jetzt 4 Monate alt. Sie hat nun endgültig abgestillt. Damit der kleine Sohn vernünftiger schläft. Und weil er nachts eigentlich doch eh schon gut geschlafen habe, hatte sie sowieso nur noch wenig Milch!? Sie könne das nur empfehlen. Außerdem macht sie bereits zweimal die Woche Sport und da ist Stillen eher hinderlich. Naja, solche Sätze brodeln in mir. Ich gönne ihr von Herzen ihren Weg. Stillen oder nicht, das muss und darf jeder für sich selbst entscheiden. Und auch ihr sehr ausgiebig schlafendes Baby freut mich außerordentlich. Aber Ratschläge der eben genannten Art empfinde ich als unsensibel, zumal zwei Mamas gleichzeitig den Tränen nahe waren, weil ihre Babys derzeit so schlecht schlafen. Nun ja. Darauf wollte ich aber gar nicht hinaus.

Für die meisten Mütter ist es das erste Baby. Nur eine weitere hat bereits einen vierjährigen Sohn. Und während ich da saß und all die kleinen Würmchen bestaunte, den Erzählungen der frischgebackenen Mamas lauschte, ihre Gefühle verstand, da wurde ich am Ende tatsächlich wehmütig. Eine kleine Sentimentalität ereilte mich. Diese ersten Babymonate mit dem Puck. Diese Emotionen. Das Wattegefühl. Das Staunen über diese neue Welt. Diese neue Liebe. Das Hineinleben in den Tag. Die Tränen. Die Verzweiflung. Die Ratlosigkeit. Die Achterbahnfahrten. Nur für mich und ihn verantwortlich zu sein. Das Entdecken. Die ersten Ausflüge. Das Zurückerkämpfen kleiner Freiheiten. Dieses ganz einmalige Gefühl. Das man nur hat, wenn man in dieses aufregende Leben mit Kind geworfen wird. Und das so anders ist, als man es sich je hätte ausmalen können. Mit all dem Plüsch und auch Blues, der manchmal eben auch dazugehört.

Ja, an diese Zeit musste ich denken. Sehnsüchtig. Wehmütig. Es war nicht immer leicht. Es war eine Herausforderung. Aber so lohnend. Und wunderschön gleichzeitig.

Diesmal ist es auch schön. Auch mit ganz viel Liebe. Und mit zwei Geschwistern. Die sich nach einigem Beschnuppern wirklich gefunden haben. Auch hier gibt es erste Male. Viele sogar. Und ich staune wieder über meine zauberhafte Tochter. Über den liebevollsten großen Bruder. Aber diese Wattewolke. Dieses Blase. Diese neue Welt. Das war diesmal nicht. Da war nämlich schon ein Alltag. Der nicht einfach aus dem Ruder laufen konnte. Da waren zwei, die mich brauchten und brauchen. Da waren Strukturen und feste Zeiten. Verpflichtungen. Und da war auch schon das Bekannte. Stillen. Wickeln. Glucksende Geräusche. Lächeln. All das ist nicht mehr neu. Wundervoll, nach wie vor. Aber nicht mehr neu.

Und darum gab es heute ein bisschen Wehmut. An diese Zeit. Damals vor zwei Jahren. Aber auch Dankbarkeit, dass ich diese Phase in so besonderer und positiver Erinnerung behalten darf. Das ist ein Privileg und ein Luxus, den viele Mütter und Väter auf dieser Welt nicht teilen.

Und während wir unseren Alltag hier bestreiten. Ich als Mama mal glänze und mal im Boden versinken könnte. Da betrachte ich unser Leben. Mit allem Bekannten und dem Neuen. Mit allem was war und was kommt. Und dann ist es gut.

 

 

Vor einiger Zeit las ich einen Artikel mit ähnlichem Thema. Ich verstehe ihn erst jetzt richtig. Ich meinte, mich erinnern zu können, ich hätte ihn bei Bella von familieberlin gelesen. Aber ich finde ihn einfach nicht wieder. Aber auch wenn ich nun eben diesen Text nicht verlinken kann, kann ich euch dieses Blog dennoch gleich mal nebenbei empfehlen. Gerade als Zweifachmama.

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