Darf ich das behalten – ein Muttertagswunsch


*Bitte darf ich das behalten

Behalt meine alten Träume
Kannst sie verwalten wie du willst
Halt die Welt in deiner Gewalt
Aber nimm deine kalten Hände
von meiner Hand

Ein paar Augenblicke erst bist du bei mir und ich bin schon voller Liebe. Und voller Angst. Einer ungeahnten, nie gespürten Angst. Um dich. Und auch um mich. Ich werde gebraucht. Ab heute mehr denn je. Du brauchst mich. Zeit meines Lebens. Was ich einst wollte, was ich einst dachte, scheint weit weg. Wie eine flüchtige Seifenblase trägt sie alte Gedanken fort. Eines Tages kommen sie zurück. Aber jetzt sind es andere. Sie gelten dir. Du Zauberwesen. Und du sollst bleiben.

Ich geb dir meinen Verstand dafür
Ich geb dir mein Wort ich will
Für immer stumm sein aber
Nimm das nicht fort von mir
Ich weiß du nimmst alles
Was du willst zu dir
Aber das hier bleibt hier

Alles geb ich, um dich zu halten. Für immer. Für dich werde ich kämpfen. Laut oder leise. Ich geb alles. Bringe jedes Opfer. Hierbleiben. Das zählt. In meinem Herzen bist du. Über die Ewigkeit. Es ist deins. Aber da sind Dinge. Da hilft kein Kampf, kein lautes Wort. Und doch bitte ich. Hierbleiben. Bei mir. Bei uns. Das zählt.

Darf ich das behalten
Ich geb alles her
Darf ich das behalten
Ich brauche nichts mehr
Darf ich das behalten
Ich brauche nichts mehr als das
Ich brauche nichts mehr
Darf ich das behalten

Du gibst mir alles. Erfüllst mir alles. Ein Leben ohne dich darf nicht. Du bist es. Seit der ersten Sekunde, deinem ersten Atemzug. Ist nichts mehr wie es war. Denn da ist ein Schatz. Ich brauche nichts mehr als das. Wenn du bleibst.

Ich habs gefunden
Zerknittert und scheu
Saß es zwischen zwei Stunden
Bevor alles neu war
Und zwischen zwei Blicken
Zwei Schritten im Sand
Fand ich’s in meiner Hand

Du bist klein. Und jede deiner Zellen braucht meinen Schutz. Du siehst nur mich. Ich seh nur dich. Dieser erste Blick. In meine Seele. Eine neue Seele.

Stärker als je zuvor. Und so verwundbar wie nie.

Ich geb dir meinen Verstand dafür
ich geb dir mein Wort
Darf ich das behalten
Ich habs gefunden
Zerschunden und lahm
Hab seine Wunden verbunden
Und jetzt ist es zahm
Siehst du es findet den Weg nicht mehr
Ich kann seine Sprache ich
Lauf hinter ihm her und dann
Läuft es mir nach und ich
Halt es geborgen in meiner Hand
Schlaf bis zum Morgen
Mit dem Rücken zur Wand
Ich geb dir meinen Verstand dafür
Ich geb dir mein Wort

Ich spreche deine Sprache. Du meine. Unsere Herzen schlagen gemeinsam. Und doch für sich. Deines braucht Wurzeln und Flügel. Für deinen Weg. Ich werde da sein. Aufpassen. Wachen. Halten. Mit jeder Faser. Für immer und jetzt. Du hast alles von mir. Ich geb alles. Und mehr. Und bitte gegen alle Kräfte. Bleib bei mir. In Ewigkeit und weiter.

Es ist Muttertag. Feiert ihn. Oder lasst ihn sein wie jeden anderen Tag. Nutzt ihn, um laut zu werden. Um zu fordern. Wir brauchen eure Stimmen und euren Mut. Oder wirkt im Stillen. Wertvoll ist beides.

Ich besinne mich. Und bin Dankbar. Fürs Hierbleiben. Fürs Hiersein. Dass ich Mutter sein darf. Ich durfte und darf behalten.

Ich geb alles dafür. Das ist es, was am Ende zählt.

* Der hier kursiv gekennzeichnete Liedtext stammt von Wir sind Helden. Wunderschön gesungen von der fantastischen Judith Holofernes.

Kommentare

  1. Melanie

    Liebe Sassi ❤ Danke für den wunderschönen Text! Herzseufzen. Die wunderbare Judith Holofernes begleitet mich seit so vielen Jahren. Wegen dieser Texte, die unvergleichlich sind. Tiefsinnig, tiefgründig und voller Wortwitz. Sprachliebe. Wortpoesie. Ich liebe es! Liebste Grüße, Melanie

    1. Sassi
      Sassi

      Sie ist wundervoll. Ihre Worte einmalig! <3

  2. Melanie

    Ach und das neue Webdesign! Super schön! Ich hatte nichts anderes erwartet. LG, Melanie

  3. Melanie

    Liebe Sassi! So wunderschön geschrieben und interpretiert ❤ ich bin ein riesengroßer Fan von Judith Holofernes seit sie mir das erste Mal mit den Helden im Radio begegnet ist. Seitdem begleitet sie mich. Ich liebe den Wortwitz und die Poesie ihrer Lieder so sehr. Sie spricht mir wahrhaft aus der Seele. So schön! LG, Melanie

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