Einschulung – Die Vorbereitungen laufen…

In wenigen Monaten steht schon die Einschulung der neuen Erstklässler an und wer auf Twitter ein wenig mitgelesen hat, der hat vielleicht erfahren, dass ich bereits fleißig vorbereite. Derzeit lerne ich alle zukünftigen Erstklässler kennen und was da genau passiert, das erzähle ich euch mal fix.

Die ‘Neuen’ kennenlernen

Gestern war ich mit dem Finchen den gesamten Nachmittag in der Schule. Die Hälfte der kommenden Erstklässler hatten wir, meine zukünftige Parallelkollegin und ich, bereits in den Kindergärten besucht, die andere Hälfte war für den gestrigen Nachmittag an die Schule eingeladen worden. Pro Kind nehmen wir uns ungefähr 15 Minuten, führen ein kleines Gespräch, klopfen ein kleines bisschen den Lernstand ab und sprechen mit den ErzieherInnen oder so wie gestern mit den Eltern.

Im Gespräch möchte ich die Kinder einfach genauer kennenlernen. Frage nach ihrem Geburtstag, ihren Lieblingstieren, ihren Freunden, worauf sie sich in der Schule freuen. Sowas eben. Es kristallisieren sich dabei so unglaublich schnell verschiedenste Persönlichkeiten heraus und ich finde das so spannend.

Bezüglich des Lernstandes frage ich so ein paar Basics ab. Buchstabenkenntnis, Lautunterscheidungen, Reimwörter, Zählen, Zahlkenntnis, Mengenerfassung. Sowas. Es geht mir persönlich nicht darum, sofort nach leistungsstark oder leistungsschwach zu trennen. Erstens befinden wir uns in einer recht künstlichen Gesprächssituation, die Kinder sind oft etwas nervös und daher muss man bezüglich der Aussagekraft solcher Überprüfungen realistisch bleiben und zweitens versuche ich Schubladen prinzipiell zu vermeiden. Aber es ist durchaus wichtig und hilfreich für mich zu wissen, welches Kind beispielsweise schon lesen kann oder sich in welchem Zahlenraum schon sicher bewegt. Wenn sie ihren Namen schreiben, erkenne ich zum Beispiel gleich nebenbei ihre Händigkeit. Ich bekomme einen kleinen Einblick darin, wo die Kinder stehen und kann sowohl meinen Anfangsunterricht als auch mein Klassenzimmer im Vorfeld ein wenig darauf ausrichten. Passendes Material zusammensuchen gehört zum Beispiel dazu.

Ganz besonders schön finde ich, dass die Kinder mich kennenlernen. Ganz persönlich. Das baut Unsicherheiten ungemein ab.

Im Übrigen war das Finchen dabei. Sie ist ein eher ruhiges und entspanntes Mäuschen. Sie saß entweder auf meinem Schoß oder hat auf ihrer Decke gespielt. Wir hatten zwei kleine Pausen eingeplant zum Stillen und eine größere, bei der ich mit der Kleinen im Tuch um den Block lief, damit sie schlafen konnte. Es hat super geklappt. Natürlich muss ich während meiner Elternzeit dies alles nicht tun. Aber ich möchte. Und so lange es sich so vereinbaren lässt, ist es wirklich auch schön.

Wie geht’s weiter?

Da wir nun mit allen Kinder diese Gespräche geführt haben, machen sich meine Kollegin und ich an die Klasseneinteilung. Auch dafür ist der erste Eindruck hilfreich. Wir versuchen Wünsche zu berücksichtigen und auch entsprechend unserer besonderen Schwerpunkte einzuteilen. Ich habe recht viel Erfahrung im Inklusions- und Integrationsbereich. Daher ist sinnvoll, dass unser kommendes Inklusionskind eher meiner Klasse zugeteilt wird.

Außerdem folgen unter anderem noch die Erstellung der Materialliste, ein ausführlicher Elternabend und ein Schnuppertag, an dem die Kinder in den dann festgelegten Klassenkonstellationen mit ihrer zukünftigen Lehrkraft einen Schultag verbringen. Ach, ich freu mich sehr.

Eine kleine Geschichte zu gestern…

Ich erwähnte unser kommendes Inklusionskind? Im Grunde haben wir einige, aber dieses ist ein “schwerwiegender” Fall. Es leidet an einer starken seelisch-emotionalen Störung, wird im Kindergarten rund um die Uhr von einem Integrationshelfer betreut und wenn wir die Anträge durchkriegen, wird eben dieser auch seine Schulbegleitung. Das Kind versteckte sich hinter seiner Mama, die deswegen natürlich auch gleich mit zum Gespräch durfte. Wir setzen uns in unsere vorbereitete Sofaecke und ich begann ein wenig mit dem Kind zu sprechen. Es schaute weg. Dann entdeckte es ein Bücherregal, schnappte sich ein Tierbuch und meinte, er wolle das jetzt anschauen. Ich fragte es, ob es in Ordnung wäre, wenn ich ihm meine Frage dabei stellen würde und das Kind bejahte sofort freudig. Meine Kollegin (gestern eine Vertretung) fand das nicht gut und meinte, das wäre ja sehr kontraproduktiv, aber unter anderem dank meines autistischen Bruders weiß ich, dass manche Menschen nur über solche “Hilfsmittel” (Bücher, Kuscheltiere, andere Personen) Kontakt aufnehmen können. Also setzte ich mich durch. Was mir sonst schwer fällt. Ich erzähle das nicht, um meine Kollegin bloßzustellen. Sie ist eine gute Lehrerin. Aber dieser Moment zeigte mir doch, wie anders ich manchmal agiere und denke. So in meinem Berufsumfeld. Und es wurde im Übrigen ein wundervolles und sehr aufschlussreiches Gespräch.

Gestern traf ich auch einige Schüler. Eine meiner Matheklassen gestaltete mir schnell und heimlich dieses Plakat.

Kommentare

  1. Avatar
    Svenja

    Du startest also nach den Sommerferien wieder? Wie alt ist deine kleine Maus dann? Ich bin seit zwei Wochen wieder in der Schule nach einem Jahr Elternzeit. Es tut gut neben dem wundervollen Mamasein wieder eine andere Aufgabe zu haben und wieder in der Klasse zu stehen. :)

    1. Sassi
      Sassi

      Hallo Svenja, ja, ein bisschen nach den Sommerferien. Da die nämlich wahnsinnig früh sind dieses Jahr, startet auch das neue Schuljahr sehr früh. Ich fange im September an. Da ist die Maus dann fast ein Jahr. Sie hat einen Platz, bei der Tagesmutter, bei der, bis zu ihrem damals längerfristigem Ausfall auch schon der Große war. Mein Sohn wird im September dann drei und wechselt in den Kindergarten. Das heißt für mich zwei Eingewöhnungen, bevor ich anfangen kann zu arbeiten. Ich freue mich drauf, ich bin auch jemand der diese andere Art der Auslastung braucht. Aber es ist immer ein bisschen beides. Ein bisschen Genießen und ein bisschen Kinder vermissen. Nach der Elternzeit bei meinem Sohn fiel mir der Einstieg schwerer. Diesmal weiß ich genau, wie's abläuft und was auf mich zukommt. Das macht mich deutlich entspannter. Schön, dass dein Start so positiv für dich läuft! <3 Liebste Grüße, Sassi

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