WMDEDGT 05. Mai

Es ist der fünfte Tag des Monats und ich nehme euch mit auf eine kleine Tour durch unseren nahezu lächerlich gewöhnlichen Alltag. Also, Reisegruppe liniert-kariert, in Zweierreihen mit Anfassen und mir nach.

Der Tag startet genau genommen um kurz vor 4.00 Uhr. Das Finchen hat seit ein paar Tagen Husten, nicht arg, aber nachts ist Husten ja bekanntlich millionenmilliarden mal viel schlimmer. Bis um 4.00 Uhr schafft das Tochterkind es recht ereignislos und wird nur einmal wach, aber ab dann setzt der Reizhusten ein. Und, weil das noch nicht schön genug ist, auch bei mir. Im Halbschlaf ziehen wir beide aufs Sofa um, damit der kleine und der große Mann nicht wach werden.

Irgendwie hust-döse-träumen wir bis 6.30 Uhr so vor uns hin, eh wir endgültig den Morgen begrüßen. Wenige Zeit später ist auch der Puck wach und verspeist mit Papa sein erstes Frühstück. Jeden Morgen, eine kleine Schale Joghurt mit Früchten. Schon immer. Wir dümpeln so in den Tag, der Mann besprechen kurz die heutigen Abläufe und dann macht er sich auf den Weg, um unserem Auto Sommerreifen verpassen zu lassen. Wir alten Optimisten.

Ich ziehe die Kinder an, stecke das Finchen ins Tragetuch und so machen wir uns auf den Weg zum Wochenmarkt. Wir kaufen frische Blumen, ein bisschen Gemüse fürs Wochenende, der Puck staubt Gummibärchen und ein kleines Zimtbrötchen ab. Inmitten des Marktes ist ein kleiner Spielplatz, der noch ausgiebig erkundet wird, bevor wir uns auf den Heimweg machen. Zu Hause spielen beide Kinder ein wenig in ihrem Zimmer und ich kann mich einer schnellen Runde Haushalt widmen. Dann geselle ich mich noch ein wenig zu den beiden. Im Anschluss bereiten wir gemeinsam das Mittagessen vor – Ofenpfannkuchen. Ohne Foto, in diesem Fall, denn sie waren einfach zu schnell weg.

Wochenmarktbeute

Da der Tag früh startete, sind sowohl der Puck als auch das Finchen wirklich müde und machen aneinandergekuschelt einen zweistündigen Mittagsschlaf (inklusive 2 Stillrunden) und ich kann ein bisschen was abarbeiten. Rechnungen, Unterlagen für einen Antrag, Einschulungsvorbereitungen. Was man eben so Spektakuläres tut.

Nach dem ausgiebigen Schläfchen kuscheln wir noch ein wenig und machen und dann auf den Weg zum Büro meines Mannes. Mein Bruder arbeitet als eine Art Schülerpraktikant in der Gattenfirma und ihn möchte ich dort treffen. Also den Bruder. Zu Weihnachten schenkte ich ihm nämlich eine kleine Einkaufstour. Und die sollte nun auch endlich stattfinden. Der Puck blieb also im Büro, erkundigte die Räume, erheiterte die Belegschaft und spielte schlussendlich mit seinem Quasipatenonkel, welcher gleichzeitig Geschäftspartner und seit Jahren bester Freund des Mannes ist, auf der Dachterasse. Ich hatte währenddessen, mit dem Finchen im Tuch, eine Stunde Zeit, um mit meinem Bruder in seinen Lieblingsladen zu schlendern und mein Versprechen einzulösen. Wir fanden zwei richtig schicke Jacken. Eine davon ne lässige Lederjacke. Und er sah so groß aus. Wann ist denn der Kleine bitte so ein Riese geworden? Unfassbar.

Wieder zurück im Büro wurde noch eine Runde gequatscht und anschließend machte ich mich mit den Kindern wieder auf den Heimweg. Der Mann wollte zeitnah nachkommen und musste dann leider wirklich äußerst zeitnah folgen, da ich es geschafft hatte, meinen Haustürschlüssel auf seinem Schreibtisch liegen zu lassen. Nun ja. Stilldemenz deluxe. Mal wieder.

Dank frischen Bärlauchs konnte ich auch noch Bärlauchcreme fürs Abendbrot zaubern. Ich liebe das Zeug.

Der Puck und auch das Finchen waren ziemlich geschafft und müde und so klang unser Tag gemütlich auf dem Sofa mit dem allabendlichen Sandmännchen aus. Nun schläft die zauberhafte Babytochter bereits, beziehungsweise wieder, denn natürlich bin ich bereits zum erneuten Stillen gerufen worden. Mehrfach. Der Mann bringt noch den Großen ins Bett und vielleicht haben wir noch ein paar kostbare Minuten miteinander.

Liebe Reisegruppe, ihr seht, alles wunderschön alltagsalltäglich. Zu eurer linken winkt euch noch meine aufmerksamkeitsverrückte Katze, die sich mit ihrem allabendlichen Getobe gerade so gar nicht beliebt bei mir macht. Denn Babys haben sensible Ohren. Ihr wisst schon.

Nun denn, wenn euch diese Tour gefallen hat, beehrt mich doch bitte bald wieder. Weitere Führungen entnehmen sie bitte der Veranstaltungliste bei Fr. Brüllen.

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