Über Humor, Schmunzeleien und süße, lautlose Zellen

Jetzt hat mich meine Twitter-Lieblingslehrerin doch tatsächlich gefragt, ob ich einen Gastbeitrag auf ihrem zauberhaften Blog schreiben möchte. Das kann man ja eigentlich gar nicht ablehnen, auch wenn ich etwas Angst habe, dass ich den Text sofort mit Rotstift korrigiert zurückbekomme.

Sie hat das natürlich nicht ohne Grund gefragt, sondern weil ich ihr irgendwann mal verraten habe, dass ich schon gelegentlich über einen eigenen Blog nachgedacht habe. Warum ich das getan habe, weiß ich gar nicht. Vielleicht, weil ich seit meinem Twitter-Einstieg auf so wunderbare Familien-Blogs gestoßen bin. Das waren vor allem solche, die mich zum Lachen oder zumindest zum Schmunzeln brachten. Denn ich lache gerne.

Überhaupt finde ich, Humor ist so wichtig und er bestimmt ganz wesentlich, mit wem man sich gut versteht und die Art, wie man durchs Leben geht. Und wenn man Kinder hat, lacht man automatisch öfter. Okay, manchmal ist man auch den Tränen nahe. Aber wenn einem die kleinen geliebten Plagegeister mit vollem Mund erklären, man solle den Ellenbogen vom Esstisch nehmen, dann muss man an Stellen schmunzeln, die eigentlich höchste Disziplin erfordern. Zumindest, wenn man einschlägigen Erziehungsratgebern folgt. Mache ich natürlich nicht. Seit die Kinder da sind, habe ich kaum noch Zeit, ganze Bücher zu lesen und vorher war es selbstredend nicht erforderlich, derartige Fachliteratur im Regal zu haben. In akuten Fällen kann ich aufgrund chronisch gewordener Stilldemenz auf das angelesene Wissen sowieso nicht zugreifen und Nachschlagen kostet dann wertvolle Zeit. Nur am Rande: Meine Kinder sind 5 und 8 und ich stille schon länger nicht mehr. Stilldemenz (und davor Schwangerschaftsdemenz) waren allerdings sehr willkommene Ausreden für meine Vergesslichkeit, die ich nicht bereit bin, kampflos aufzugeben. Ich gehe daher davon aus, dass meine Stilldemenz einen chronischen Verlauf angenommen hat. Das ist wie bei Schwangerschaftsdiabetes, den man behält. Oder die Schwangerschaftspfunde. Soll ja vorkommen. Da muss erstmal einer das Gegenteil beweisen. In einer handfesten Studie. Genau genommen in mehreren, sonst ist das statistisch kaum relevant. Da bin ich pingelig, denn ich bin Wissenschaftlerin. Süße kleine (im Übrigen angenehm lautlose) Zellen im Labor waren meine Kinder, bevor ich anfing, mich selbst zu reproduzieren. Also der Mann und ich. Der war natürlich auch beteiligt. Auch wenn ich gerne mal erwähne, dass meine molekularbiologischen Kenntnisse ausgereicht hätten, die Gene soweit zu manipulieren, dass seine nur noch einen geringfügigen Teil zum Endergebnis beigetragen hätten. Das sorgt allerdings meist für schlechte Stimmung und ich erwähne das nur, wenn ich mal für längere Zeit meine Ruhe haben will.

Ruhe ist etwas, das man mit Kindern sowieso selten hat. Macht ja nix, die habe ich, wenn ich tot bin. Das wird dann vermutlich etwas zu viel Ruhe sein, aber das merke ich dann ja nicht mehr. Und beschweren werde ich mich dann wohl auch kaum.

Das kann ich ja jetzt tun. Dafür könnte ein Blog vielleicht ganz nützlich sein. Wenn ich dem Mann zu viel rede, dann nerve ich jetzt ab sofort einfach Sie. Bleiben Sie also dran, ich werde das in Erwägung ziehen.

 

Danke für diese Schmunzelzeilen. Und wer mehr lesen mag, folgt FAMILIENLABOR erstmal auf Twitter.

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