Das Portfolio als Lernwegsdokumentation

Warum braucht es Alternativen zu Noten?

Noten sind unfair. Noten machen Angst. Noten dokumentieren Lernprozesse nur unzureichend. Noten sind nicht objektiv. Und doch sind Noten noch immer das Mittel zur Wahl, wenn es um Leistungsbeurteilung und -dokumentation geht.

Aber es kommt Fahrt auf in der Diskussion um die Sinnhaftigkeit dieses Bewertungsintrumentes. Und Bücher wie „Eine Schule ohne Noten“ von Björn Nölte und Philippe Wampfler untermauern fundiert lang bekannte Argumente. Auch die alternative Dokumentationen wie Lernentwicklungsgespräche oder das Portfolio sind nicht neu. Aber sie rücken endlich deutlich mehr in Blickpunkt möglicher Umsetzung.

Was ist ein Portfolio?

Ich selbst arbeite schon eine ganze Weile mit der Methode des Portfolios in meinen Grundschulklassen. Und wer wissen möchte, was das genau ist und wie so etwas aussehen kann, kann sich hier erst einmal informieren.

Umfassende und konsequente Portfolioarbeit bräuchte eine völlig neue Lern- und Prüfungskultur. Eine Umgebung, wie sie an den meisten Regelschulen einfach noch nicht vorherrscht. Aber da ich den Fokus nicht auf Grenzen lege, sondern auf die Schritte, die ich gehen kann (mögen sie auch noch so klein sein), habe ich einen Weg gefunden, diese schüler*innenorientierte Form der Lernwegsdokumentation zumindest grundlegend umzusetzen.

Wie genau machst du das?

Meine Schüler*innen bekommen einen A4-Ordner, den wir „Schatzordner“ nennen. Dieser ist in einen „Ich“-Bereich und meine Unterrichtsfächer unterteilt. Wer seine Fachkolleg*innen mit ins Boot holen möchte, kann den Ordner um die entsprechenden Fachunterteilungen erweitern.

Der „Ich“-Bereich

Hier sammeln wir Steckbriefe, Reflexionsbögen, Berichte über besondere Erlebnisse und vieles mehr.

Fächer

Hier können z.B. in einem ersten Schritt einzelne Arbeitsergebnisse zu einem (gerade abgeschlossenen) Thema abgeheftet werden. Wichtig ist, dass die Auswahl des einzuheftenden Ergebnis über die Schüler*innen erfolgt und auch reflektiert wird. Ein Portfolio darf nicht einfach eine Arbeitsblattsammlung darstellen. Dann verfehlt es die eigentliche Intention – über das eigene Lernen nachdenken und (mit anderen) darüber sprechen.

Wichtig:

Wenn man sich der Portfolioarbeit annähern möchte, sind kleine Schritte ratsam. Je nach individueller Schulsituation und den dortigen Möglichkeiten. Es sollte erstmal nur das umgesetzt werden, was kontinuierlich erfolgen und begleitet werden kann.

Wie reflektiere ich das Arbeitsergebnis?

Eine Möglichkeit über das Gelernte ins Gespräch zu kommen und darüber nachzudenken, ist eine Reflexion darüber, warum man etwas in das Portfolio heftet. Warum man sich genau für dieses Ergebnis entschieden hat. Was es genau zeigt. Warum es in eine bestimmte Richtung aussagekräftig ist.

Portfolio – Reflexionsbogen zum Download

Ich hoffe, ihr habt genauso viel Freude daran, euch an der Portfolioarbeit auszuprobieren, wie ich.

Herz zählt.

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